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Kim Young-ha

Schwarze Blume

Roman

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Art.Nr./ISBN: 9783887697587

Verlag: konkursbuch Verlag

Jahr: 2010

Einband: Softcover

Seitenzahl: 448

Sprache: deutsch

Medientyp: Buch

 

Lieferzeit 7-10 Werktage

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Produktinformationen "Schwarze Blume"

Übersetzung Hanyu Yang & Heiner Feldhoff

Ein atemberaubender Roman über eine Reise ins Ungewisse. Kim Young-ha ist ein Star der zeitgenössischen Literatur Koreas. I-gong ist ohne Eltern auf der Straße aufgewachsen und möchte seinen Lebensumständen auf dem großen Schiff entfliehen. Während der hochdramatischen Überfahrt, auf der koreanischer Auswanderer Anfang des 20sten Jahrhunderts für eine lange Zeit auf engstem Raum zusammenleben müssen, kommt es zu schweren Spannungen unter den nach Herkunft und Bildung so unterschiedlichen Menschen, zu brutalen, aber auch zu bewegenden Liebesszenen. Kim Young Ha erzählt von der erwachenden Liebe zwischen I-gong und Yon-su, deren adlige Familie ebenso vor der politischen Situation in Korea flieht wie I-gong. Alle gesellschaftlichen Schichten finden sich unter den Migranten, doch die traditionellen Hierarchien verschwinden schon in der Zeit der Reise immer mehr. Endlich auf Yucatan angekommen, erwartet sie die große Desillusionierung, sie werden in den Henequen (Sisal)-Haziendas ausgebeutet und körperlich misshandelt, es kommt zu Aufständen, zu Konflikten zwischen dem Codex des alten Korea und dem brutalen Kolonialsystem der Neuen Welt, hinzu kommt die quälende Sehnsucht nach ihrem Heimatland. Wird die Liebe zwischen I-gong und Yon-su daran zerbrechen müssen? Doch die meisten von ihnen lernen rasch, sich gleich den unterdrückten Maya mit den Umständen zu arrangieren und sich sogar dem katholischen Fanatismus der Hazienderos zu unterwerfen, insgeheim pflegen sie aber ihre eigenen mystisch-schamanischen Bräuche. Nach Ablauf ihrer Pflichtzeit als Lohnsklaven beteiligen sich zahlreiche Koreaner an den revolutionären Erhebungen gegen den mexikanischen Diktator Diaz und, so zu politischem Handeln motiviert, gründen sie im guatemaltekischen Urwald der Mayas, in Tikal, ein neues freies "Korea", das über ein Jahr Bestand hat. Wie in Filmsequenzen gestaltet die herb-realistische Erzählsprache Kim Young-has in den 77 Kapiteln von "Schwarze Blume" ein Ost und West übergreifendes transkulturelles Panorama. Ein spannenden Epos, das bei aller historischen Authentizität für den heutigen Leser eine Vielzahl aktueller Bezüge bereithält.

Aktuell begeht die Annexion Koreas durch Japan 100. Jahrestag. Am 22.08.1910 wurde die koreanische Regierung zur Unterzeichnung des Annexions-Vertrages gezwungen, Korea unterstand bis 1945 der japanischen Kolonialherrschaft. Vor wenigen Tagen 10.08.2010 entschuldigte sich der japanische Ministerpräsident Naoto Kann erstmals bei den Koreanern (ausschließlich bei der südkoreanischen Republik) für die Schaden und Leid während der Kolonialherrschaft. Der Staat Korea war im August 1910 von der politischen Landkarte verschwunden. Im Kalten Krieg wurde es dann zu Nord- und Südkorea, trotz Wiedervereinigungsbestrebungen ist der Kurs der beiden Länder ein Konfrontationskurs, wie in den vergangenen Monaten wieder deutlich wurde.

Der Roman „Schwarze Blume“ von Kim Young-ha wirft einen Blick auf die Zeit vor gut 100 Jahren. Eine Gruppe von 1033 Koreanern bricht aus einem krisengeschüttelten Land auf in eine neue Welt. 1904 emigrierten sie voller Hoffnungen und Träume von einem besseren Leben nach Mexiko. Was sie nicht wussten: sie wurden als Lohnsklaven auf Henequen-(Sisal) Plantagen verkauft. Vier Jahre hatten sie die Hazienderos, die Großgrundbesitzer gekauft, sie waren deren Willkürherrschaft unterworfen. Doch dann beginnen sie sich zu wehren. Es beginnt die Zeit der Revolutionskämpfe in Mexiko. Viele der Auswandere sind mittendrin, beteiligen sich Seite an Seite mit den Revolutionären an den Kämpfen für ein freieres Leben. Die Geschichten einzelner Menschen, persönliche Schicksale werden eingebaut in die Geschichte Mexikos dieser Zeit. Als Rahmen dient die Geschichte Chosŏns (das Koreanische Königreich), das während dieser Zeit durch die Annexion Japans verschwindet. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück mehr, die Identitätssuche der Koreaner beschränkt sich jetzt nur noch auf das fremde ferne Land, dessen indigene Bevölkerung, die Mayas, ebenfalls durch eine Kolonialherrschaft unterworfen und versklavt worden war.

Wie in Filmsequenzen gestaltet Kim Young-ha mit seiner klaren realistische Erzählsprache ein Ost und West übergreifendes transkulturelles Panorama. Motive wie Macht und Religion, Krieg und nationale Identität, Heimat und Fremde, Liebe und Hoffnung vereinen die unterschiedlichen Geschichten zu einem spannenden Epos, das bei aller historischen Authentizität für den heutigen Leser eine Vielzahl aktueller Bezüge bereithält. Es geht um das Drama – und Abenteuer – der Emigration, Menschen die aufbrechen und für immer verschwinden. Angesiedelt in einer historisch bewegten Zeit und orientiert an historischen Fakten.

Über den Autor

Kim Young-ha, geb. 1968, ist einer der bekanntesten Vertreter der jungen zeitgenössischen Literatur Koreas. Für „Schwarze Blume“ erhielt er mit dem Dong-in-Preis den bekanntesten Literaturpreis Koreas. An die koreanische Öffentlichkeit trat er mit einer Serie von Romanen, die von den Befindlichkeiten junger großstädtischer Koreaner handelten, in trockener objektiver Sprache, einer sehr anderen Sprache als die der traditionell orientierten koreanischen Literatur. Diese Romane, „Das Gottespiel“, “What happened to the Man Stuck in the Elevator”, gewannen sehr schnell koreanische Literaturpreise. Auch in Deutschland erregte dieser Roman Aufsehen, wurde sein Thema damals kontrovers diskutiert: Ein Schriftsteller bietet per Telefonhotline lebensmüden Menschen Mithilfe beim Selbstmord an. Ein paar Pressezitate dazu: „Ein düsterer Roman, glänzend geschrieben.“ (Welt am Sonntag) „Kim wurde mit diesem Buch zur Kultfigur der jungen koreanischen Literatur.“ (SPIEGEL SPECIAL) „Cool, urban und hochgescheit.“ (Süddeutsche Zeitung).

 

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