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Poetry
Einige der hier angebotenen Titel bieten wir auch in der koreanischen Originalfassung an. Entsprechende Informationen finden Sie jeweils am Ende der Detailseite unter "Ähnliche Artikel, Originalfassungen und Übersetzungen".
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Zusammengestellt und eingeleitet von Lee Ji-Yeop. Aus dem Koreanischen von Hanna Ryu. Hrsg. und Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. 시조(時調)는 대한민국 고유의 정형시이며 세계적으로 유일한 시 형식입니다. 시조 특유의 간결한 형식 안에 삼라만상 우주의 원리와 삶이 잘 응축되어 나타납니다. 그러므로 한국인만이 아니라 세계인 모두가 꼭 알아야 할 시 형식입니다. 이지엽오늘의시조시인회의 의장경기대 교수 Sijo heißt die traditionelle Form der koreanischen Poesie und hat eine weltweit einzigartige lyrische Gestaltung. In seiner charakteristischen Gestalt kondensiert das Sijo sämtliche Prinzipien des Universums und des Lebens. Darum sollte die koreanische Lyrikform Sijo nicht allein Koreanern, sondern allen Menschen weltweit bekannt sein.Lee Ji-YeopVorsitzender der Vereinigung heutiger Sijo-PoesieProfessor an der Kyonggi Universität »150 Sijo-Gedichte« (zweisprachig: Koreanisch – Deutsch), die große Anthologie »세계인이 알아야 할 한국의 시조« – mit einer erstmaligen Hinführung zur ureigenen Poesieform »Sijo« und 150 repräsentativen Beispielen von koreanischen Dichterinnen und Dichtern aus mehreren Jahrhunderten bis in die jüngste Gegenwart, eine poetische Tradition und ihre aktuelle Weiterentwicklung zum Kennenlernen, übersetzt von Hanna Ryu. Hierbei handelt es sich um das siebzehnte Buch in der Reihe »Koreanische Literatur« der Stuttgarter Edition Delta.
Aus dem Koreanischen von Hans-Jürgen ZaborowskiMit einem Nachwort des Übersetzers Kim Sowol erfuhr eine traditionelle Erziehung, wurde Schüler einer Mittelschule in der Provinz und später einer der angesehensten Oberschulen in Seoul. Dort traf er auf seinen wichtigsten Lehrer, der dann zu einem engen Freund wurde: Anso Kim Ok. Durch ihn lernte er europäische – vor allem französische – Literatur in Übersetzungen kennen und verfaßte unter Anleitung seines Lehrers seine ersten Gedichte, die dank dessen Vermittlung in Zeitschriften veröffentlicht wurden. 1925 erschien in Seoul der einzige zu Lebzeiten des Dichters veröffentlichte Sammelband mit 127 seiner Texte unter dem Titel „Chindallaekkot“ (Azalienblüten), bis in die jüngste Zeit Vorlage für alle Ausgaben, etliche bereichert um Texte aus früheren und späteren Zeitschriftenbeiträgen. Vom Inhalt und der Sprache her sind die Gedichte eng mit der koreanischen Volksdichtung verbunden, sie sind reich an Lokalkolorit, Natur- und Liebeslyrik sind gleichermaßen vollendet. Mit knappen Worten, ohne überflüssige Elemente werden Gefühle zum Ausdruck gebracht, die traditionelle Haltungen aufnehmen und pflegen. Die meisten seiner Zeitgenossen verarbeiten fremde Ideen und formen sie in koreanischer Sprache aus. Für Kim ist die Konzentration auf koreanische Empfindungen auch eine Reaktion auf den Verlust der koreanischen Eigenständigkeit unter japanischer Fremdherrschaft. Die repressive Atmosphäre im Land verbindet sich mit persönlichen Gründen und läßt das Werk weitgehend pessimistisch erscheinen, geradezu als eine Geste der Verzweiflung. Zum Autor: Kim Sowol, geboren 1902, veröffentlichte 1925 seinen ersten und einzigen Gedichtband. 1934 nahm er sich das Leben.
Aus dem Koreanischen übersetzt von Sun-Hi Kim und Edeltrud Kim Anlässlich des Gastlandauftritts Koreas auf der Frankfurter Buchmesse 2005 wird mit SHIN Kyongnim einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker Koreas dem deutschsprachigen Publikum vorgestellt. Shin gilt als Dichter der bäuerlichen Welt. Doch in seinen Gedichten geht es weder um ländliche Idyllen noch nostalgische Träume, sondern um die materiellen und seelischen Probleme armer Bauern vor dem Hintergrund des rasanten gesellschaftlichen Wandels Koreas von einem Agrarland zu einem Industriestaat. Shins Zugriff auf die bäuerliche Welt ist ein realistischer. Präzise verbindet er Knappheit des Ausdrucks mit vielschichtiger Bildhaftigkeit. Realismus und soziales Engagement sind verwoben mit lyrischer Intensität. Dabei greift Shin - insbesondere in seiner späteren Lyrik - auch auf Inhalte und Formen der traditionellen koreanischen Volksdichtung und auf die Erzählungen und Lieder der Schamanen zurück. Narrative Elemente und die Musikalität der Sprache führen zu einer unmittelbar wirkenden poetischen Ausdrucksweise. So sozial engagiert Shins Dichtung auch ist, entzieht sie sich doch engen politisch-propagandistischen Festlegungen. Gerade das hat in Korea starke Diskussionen über die gesellschaftliche Funktion der Literatur und der Schriftsteller ausgelöst.
Aus dem Koreanischen von Minyoung Chung & Holmer BrochlosChung Jin Kyus Gedichte vermitteln ausgehend von grundlegenden Einsichten in das Alltagsleben und den darin existierenden Dingen eine Philosophie des Lebens und der Natur. Sie schaffen Leben, ergründen das ureigenste Wesen des Lebens und leiten daraus Antworten auf die immer wieder neu zu stellende Frage nach dem Sinn des Lebens ab. Sie enthalten nicht nur eigenständige koreanische lyrische Elemente, sondern sind darüber hinaus von einer starken Allgemeingültigkeit und Universalität gekennzeichnet, die sich auch formal durch die Prosagedichtform niederschlägt. Da diese Form den deutschen Lesern besonders vertraut sein dürfte, verdienen es der Dichter und sein Werk umso mehr, einmal vorgestellt zu werden. Die übersetzten Gedichte wurden unter dem Gesichtspunkt ausgewählt, dass sie dem Leser sowohl das oben Gesagte bestätigen als auch genügend Freiraum für eigene Interpretationen bieten. Anders als in Deutschland und in vielen anderen Ländern genießt das Genre des Gedichts in Korea nach wie vor eine große Popularität. Alljährlich erscheint eine große Zahl von Gedichtbänden und speziellen Zeitschriften, und allerorts werden Dichterwettbewerbe veranstaltet, die in Korea eine lange Tradition fortsetzen. Bereits in der Schule werden die Kinder und Jugendlichen dazu angeregt, sich nicht nur passiv mit Werken der Dichtkunst aus aller Welt zu beschäftigen, sondern auch selbst ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse in Gedichtform auszudrücken. So hat sich in Korea eine überaus reiche, vielgestaltige dichterische Szene entwickelt, die außerhalb der Landesgrenzen aufgrund des Mangels an Übersetzungen leider zu wenig bekannt und deshalb nur schwer einzuschätzen ist.
LEE Si-Young Dazwischen Gedichte Aus dem Koreanischen von Andreas Schirmer Mit einem Nachwort des Übersetzers 132 Seiten, Klappenbroschur ISBN 978-3-929181-87-6 Lee Si-Young schreibt eine universelle Lyrik, konzentriert auf die Essenz des mit den Augen Wahrnehmbaren, das Licht der verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, die farbige Verfaßtheit der Dinge. Das Poetische kommt aus dem Schauen selbst. Lees poetische Aufmerksamkeit gilt den Phänomenen der Außenwelt, die Dinge im Raum werden poetisch geordnet. Dem Leser begegnen in diesen Gedichten, vom Zweizeiler bis zur seitenfüllenden Prosaminiatur, eindrückliche Bilder von Menschen aller Art. Aber auch auf alle möglichen Tiere – vom Regenwurm und Grashüpfer, den Libellen und Spatzen bis zu Ente und Kuh – richtet sich der poetische Blick. Die vorliegende deutsche Übertragung des Gedichtbandes Sai – ein Titel, den man auch mit Zwischenraum oder Intervall wiedergeben könnte – ist die bislang erste in eine andere Sprache. Zum Autor: Lee Si-Young, geboren 1949, veröffentlichte 1976 seinen ersten Gedichtband und brachte seither zehn weitere heraus. Von 1980 bis 2003 war er im Verlag Changbi als Geschäftsführer und Herausgeber tätig und damit auch ein bedeutender Mitgestalter im geistigen Leben Südkoreas. Derzeit ist er Honorarprofessor für Kreatives Schreiben an der Dangook Universität in Seoul.
In der koreanischen Literatur ist Kim Hyon-Seung einer der wenigen Dichter, bei denen der Protestantismus die Basis ihrer Dichtung bildet. Im Alter zweifelte der Autor an seinem Glauben. Sein Interesse verlegte sich vom Himmel auf die Erde, von Gott auf den Menschen. Er verließ in seinen Gedichten seine bisherige Gefühlswelt und wandte sich der Welt der Idee zu und betrat „das Schloß der Einsamkeit“. Er versank ins absolute Nichts, aber bei ihm ist weder Selbstvergessen noch Selbstverneinung zu finden. Die Einsamkeit des Menschen entfaltet sich in seinen Gedichten in dem Bild des Edelsteins. Die menschlichen Tränen und die Sprache, Freundin der Seele, finden eine Entsprechung in dem Bild des Edelsteins und drücken die innere Einsamkeit des Dichters und gleichzeitig die Reinheit dieser Einsamkeit aus. Wenn seine Gedichte auch viel Wärme verströmen, so sind sie doch straff, kompromißlos und auf stolze Art einsam. „Der Mai Koreas“ ist die erste Veröffentlichung des Autors in deutscher Sprache. Über den Autor: KIM Hyon-Seung wurde 1913 geboren. Nach einem Literaturstudium ging er als Lehrer an eine Schule, dabei geriet er in eine Auseinandersetzung mit den japanischen Besetzern in Korea. Nach der Befreiung Koreas war er als Journalist tätig, anschließend lehrte er als Professor für Koreanistik. Kim Hyon-Seung starb 1975. in Seoul.
Aus dem Koreanischen von Sylvia Bräsel und Kim Miy-He - Kim Soo-Young machte schon in seinen frühen Gedichten durch seine unverbrauchte Sprache, rigorose Denkansätze, leidenschaftliches Temperament, ungestümes Selbstbewusstsein und eine durch Fremdherrschaft und Krieg gereifte, aber auch zerrissene Weltsicht auf sich aufmerksam. Er war ein Dichter, der privates wie politisches gleichermassen zu behandeln wusste, ein unbestechlicher Chronist von Ereignissen und Gefühlen.
I Deug-Su ist Professor für mittellateinische Philologie und Direktor des der Universität von Siena angegliederten »Center for Comparative Studies of Korean Poetry«. Zu seinen vielseitigen literarhistorischen Arbeiten gehören auch Beiträge zur Komparatistik. Mit dieser »Bestandsaufnahme« der »Erinnerungen« der Prinzessin Hyae-Gyong will I Deug-Su das Augenmerk vor allem auf die »ideologische« Komponente in der koreanischen Literatur lenken, die bei der Erforschung und Interpretation der traditionellen wie der modernen Formen nicht zu vernachlässigen ist. Aus dem Text: Die Prinzessin Hyae-Gyong kam im Jahre 1735 zur Welt und wurde 1744, also im Alter von 9 Jahren, zur künftigen Ehefrau des Thronfolgers Prinz Sa-Do ausgewählt. Ihr Leben war nicht leicht, vor allem, weil sich ihr Ehemann als geisteskrank erwies und im Alter von 27 Jahren auf Befehl des Vaters, Seiner Majestät Yung-Jo, zum Tode verurteilt wurde. Man vollzog dieses Urteil, indem man den Prinzen lebendig in eine Reistruhe einschloß. Der Sohn Prinz Sa-Dos wurde der Mutter weggenommen und durch die Frau des verstorbenen ersten Sohnes des Herrschers adoptiert. Mit dieser postumen Adoption wollte man die Thronfolge besser absichern, als sie es für den Sohn eines zum Tode Verurteilten gewesen wäre. Aufgrund dieser Adoption wurde Prinzessin Hyae-Gyong nie Königinmutter, obwohl ihr Sohn auf dem Thron saß, und auch nicht Großmutter des Königs, obwohl ihr Enkel gleichfalls König war. Der erste Teil der Erinnerungen ist von der Prinzessin im Jahre 1795 aus Anlaß ihres 60. Geburtstags geschrieben - eines Geburtstags, der nach koreanischer Tradition, aber auch im gesamten Fernen Osten ein wichtiges Ziel in einem langen Menschenleben darstellt und der die Vollendung eines Zyklus bedeutet. Dieser erste Teil der Erinnerungen hat den Charakter einer Autobiographie, die, wie man sagen könnte, zugleich die Funktion eines Testaments besitzt. Es werden darin die Mitglieder der Herkunftsfamilie der Prinzessin – mütterlicher- wie väterlicherseits – sowie die königlichen Verwandten vorgestellt und die Geschehnisse am Hofe des Thronfolgers Sa-Do, des unglücklichen Ehemanns erzählt.
»Erinnertes und aus Empfindungen Imaginiertes, Durchblicke rückwärts bis in seine frühen Wanderjahre, in die Zeit der ersten Auflehnung gegen die Militärregime und wie selbstverständlich darin eingebettet die Utopie oder besser Hoffnung, es werde der Tag des ›Festes‹ kommen, der Wiedervereinigung des so lange in Süd und Nord zerstückten ›Landes der Väter‹ –: Daß dieser Koreaner weltweit zu den großen Engagierten gehört, ist das eine; wichtiger erscheint mir seine Begabung, Botschaften völlig aus dem Persönlichen zu vermitteln«, schreibt Siegfried Schaarschmidt über einen der bedeutendsten Dichter Koreas. 1933 wurde er als ältester Sohn einer Bauernfamilie in der Provinz Chollabukdo im Südwesten der koreanischen Halbinsel geboren, die auch die Heimat des Politikers Kim Dae-Jung und des Lyrikers Kim Chi-Ha ist. Mit Neunzehn trat er in ein zenbuddhistisches Kloster ein und verbrachte dort zehn Jahre. In dieser Zeit begann er Gedichte zu schreiben. Sein erster Gedichtband erschien 1960. Ko Un hat seither nahezu hundert Bücher veröffentlicht mit Gedichten, Romanen, Essays und Kritiken. Er wurde in Korea mit Literaturpreisen geehrt und ist inzwischen Professor für koreanische Literatur. Wegen seines politischen Engagements wurde er während der ersten Hälfte der achtziger Jahre politisch verfolgt, verhaftet und gefoltert.
Werkauswahl (1960-2003) mit vielen Originaltexten. Aus dem Koreanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Doo-Hwan und Regine Choi. Herausgegeben und mit einer Zeichnung von Juana Burghardt. Pressestimmen Die Werkauswahl ist chronologisch und in folgende Kapitel gegliedert: Himmelsnetz (1960-2003), Kerzenlicht (1982-1993), Unterwegs (2001), Vierzig Vierzeiler (2002) und Achtzig Einzeiler (2003). Besonders schön ist, daß die letzten beiden Kapitel und zwei Zyklen aus Kerzenlicht zweisprachig Koreanisch-Deutsch gestaltet sind. Dies ist phantastisch für alle Leser, die Koreanisch können, nicht nur, weil man Original und Übersetzung vergleichen möchte, sondern auch, weil Original und Übersetzung zusammen einen umso stärkeren Eindruck hinterlassen. Das kleine, leichte Format ist ein sehr ansprechender Rahmen für die Gedichte. Übersetzung und Veröffentlichung von Himmelsnetz wurden gefördert vom Koreanischen Institut für Literaturübersetzungen (KLTI) in Seoul. Doo-Hwan und Regine Choi haben Himmelsnetz ins Deutsche übertragen. Leser koreanischer Literatur kennen und schätzen Doo-Hwan Choi für seine als bis heute unerreicht geltende Übersetzung von Kim Chi Has Die gelbe Erde und andere Gedichte in Zusammenarbeit mit Siegfried Schaarschmidt. Mit Himmelsnetz ist ein weiterer Meilenstein gelungen. Eine große Einfachheit in der Sprache wie bei Park Hijin ist oft die größte Herausforderung für die Übersetzung. Die hervorragende sprachliche Qualität und stilistische Sicherheit dieser Übersetzung ist sicherlich der großen Erfahrung beider Übersetzer zu verdanken. Philologische Herangehensweise, literarische Kenntnis, langjährige Erfahrung, ein persönlicher Kontakt mit dem Autor und die Begeisterung für sein Werk: Beim Lesen der Gedichte wurde für mich immer wieder deutlich, was für eine große Bedeutung dies für das Gelingen von Übersetzung hat. Park Hijin (geboren 1931) gehört zu der älteren Dichtergeneration in Korea. Er ist mit bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet worden und seit 2007 ordentliches, gewähltes Mitglied der angesehenen koreanischen Kunstakademie. Park Hijin wird als Klassiker der Moderne bezeichnet. Seine Schulzeit lag noch in der japanischen Kolonialzeit, weshalb seine ersten Begegnungen mit europäischer Literatur zunächst in japanischer Übersetzung stattfanden. Gleichzeitig gab ihm sein wohlhabendes ländliches Elternhaus eine klassische chinesische und koreanische Bildung mit auf den Weg. Erst in der Studienzeit entdeckte Park Hijin koreanische Dichter, seine eigene Muttersprache als literarisches Instrument und seine Identität als Koreaner. Nach einem Studium der Anglistik an der renommierten Koryŏ Universität arbeitete er als Englischlehrer an einer Oberschule in Seoul, gleichzeitig gewann er als Dichter Bewunderung und Anerkennung. Dieser polyglotte, multikulturelle junge Dichter, der einerseits endlich frei auf Koreanisch schreiben und andererseits aus dem reichen Schatz der östlichen und westlichen Klassiker schöpfen konnte, entschied sich in den 60er Jahren – während der Militärdiktatur – zu einem Rückzug aus dem öffentlichen Kulturleben. Bis heute führt Park Hijin mitten in Seoul das weitgehend zurückgezogene Leben eines Einsiedlers. Die beiden Übersetzer beschreiben den Dichter in ihrem Nachwort als einen schweigsamen Menschen, der nur selten unter Menschen geht, auch in Gesellschaft seine innere Ruhe zu wahren weiß und sich lieber in der freien Natur aufhält. Als erster koreanischer Dichter hat er 1965 einen Lese- und Dichterkreis gegründet, der seither jeden Monat Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen der koreanischen Gesellschaft zusammenbringt, die sich regelmäßig zu Poesiefesten im Wald oder an einer einsamen Stelle im Pukhan-Gebirge nördlich von Seoul treffen. Der Rückzug in die schöpferische Unabhängigkeit geht bei Park Hijin zusammen mit einer Hinwendung zu ostasiatischem Gedankengut und einer wachsenden Tendenz zur Reduktion. Seine Einzeiler knüpfen an die chinesische und koreanische Tradition der Vier-Zeichen-Sprüche und Bildgedichte an. Manche sind verschmitzt und witzig, andere überraschend, andere wiederum haben den lehrreichen Ton eines Lehrers und Meisters. Genau in dieser Rolle und Verpflichtung sieht Park Hijin den Dichter. In Himmelsnetz finden sich daher auch Gedichte über seine Vorbilder: Rilke, Tagore, Bashô, Dostojewski. Mein Lieblingsgedicht in Himmelsnetz erzählt von seiner Begegnung mit dem mongolischen Dichter Tschakan. Hauptthema bei Park Hijin ist die dichterische Existenz und der schöpferische Akt des Dichtens, das Streben nach Tugend durch Meditation und freiwillige Askese. Und wie bei den traditionellen koreanischen Sijo begeistert mich die Kreativität, mit der scheinbar bekannten Bildern immer wieder eine überraschende Wendung gegeben wird. Auch sinnliche Körperlichkeit und erdige Erotik sind eingewoben in die filigrane Symbolik philosophischer Natur- und Liebesgedichte. Langgedichte wie Hände und Zunge kreieren Kaskaden berauschender Assoziationen. Der Einsiedler Park Hijin nimmt das Leben mit wachen Sinnen wahr, mischt sich ein mit viel Liebe zu den Menschen und zur Natur, ohne sich gesellschaftlich engagierter Literatur zu verschreiben. Ein wahrer Klassiker der Moderne. Dorothea Hoppmann (Hefte für ostasiatische Literatur, Nr. 43, November 2007)
Aus dem Koreanischen von Kim Kyung-Hee und Bettina Opitz-Chen. 시인의 말인간의 웃음과 사람의 웃음이 구별되는 이 황당함. 인간의 눈물과 사람의 눈물이 구별 안되는 이 당혹감. 이들은 나의 걸림돌이다. 그러나이 걸림돌들이 이 세상의 내 족적(足跡)이 아닌가.2000년 1월황동규 Wort des DichtersDiese Verblüffung, dass mir das Lachen eines Menschen von dem eines Menschen unterschiedlich erscheint. Diese Verlegenheit, dass mir die Tränen eines Menschen von denen eines Menschen nicht unterschiedlich erscheinen. Sie sind mir Stolpersteine. Aber sind diese Stolpersteine nicht doch meine Fußspuren in dieser Welt?Januar 2000Hwang Tong-Gyu 황동규 Hwang Tong-Gyu wurde am 9. April 1938 in Sukcheon in Nordkorea geboren und ist einer der prominentesten Dichter Koreas. Seine Familie siedelte 1946 nach der Teilung Koreas nach Seoul in Südkorea über. Nach dem Studium der englischen Literatur an der Nationaluniversität Seoul und an der Universität Edinburgh lehrte er von 1968 bis zu seiner Emeritierung 2003 als Professor für englische Literatur an seiner Alma mater in Seoul. Gegenwärtig ist er Ehrenprofessor seiner Universität und zugleich Mitglied der Nationalen Akademie der Künste.Hwang machte sein Debüt 1958 schon während seiner Studienzeit mit der Veröffentlichung der Gedichte, „Ein freudiger Brief“, jetzt ein beliebtes Volkslied, und „Oktober“ in der Zeitschrift Hyeondae Munhak. Seitdem hat er sechzehn Gedichtsammlungen herausgebracht und wurde dafür mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Hyeondae-Literaturpreis, dem Kim-Jongsam-Literaturpreis, dem Daesan-Literaturpreis, dem Midang-Literaturpreis, dem Manhae-Großpreis im Bereich Literatur, dem Kim-Daljin-Literaturpreis, dem Ku-Sang-Literaturpreis und 2016 dem Hoam-Preis im Bereich Künste, der als der höchste Preis für einen Schriftsteller und Künstler in Korea gilt. Hwangs Gedichte zeichnen sich dadurch aus, dass sie menschliche Gefühle und Erfahrungen in feinster Sensibilität erfassen und diese mit eindrucksvoller Bildhaftigkeit und tiefer Reflexion zur Sprache bringen. Hwang nahm den westlichen Modernismus auf, ließ sich aber nicht von ihm überwältigen, sondern verband ihn kreativ mit der koreanischen Lyriktradition und eröffnete so eine neue Perspektive innerhalb der Lyrik Koreas. Entsprechend wird Hwangs Dichtung von vielen Literaturkritikern mit Begeisterung gerühmt: Seine Dichtung stehe auf dem „Höhepunkt der modernen koreanischen Lyrik.“ (Yu Jong-Ho)Er sei der Dichter, der „das höchste Niveau erreicht hat, das die koreanische Dichtung erreichen kann.“ (Kim Byeong-Ik)Und ganz ähnlich: Seine Dichtung habe „das höchste Niveau erreicht, das die koreanische Sprache anstreben kann.“ (Lee Soong-Won)
Aus dem Koreanischen von KANG Yeo-Kyu und Uwe Kolbe Diese neue deutsche Ausgabe von mehr als 60 Gedichten ergänzt den bereits vor einiger Zeit erschienenen Band »Der Wächster der Wolke«. Dem bekannten Lyriker Uwe Kolbe ist es gelungen, das spezifisch moderne an Kim Soo-Youngs Gedichten auch ins Deutsche zu übertragen. Kim Soo-Young ist einer der wichtigsten koreanischen Lyriker der Jahre nach 1945. Seine frühen Gedichte, von denen einige 1949 in einem Sammelband veröffentlicht wurden, sind noch von dem zu dieser Zeit so populären Modernismus bestimmt. Während des Korea-Krieges wurde Kim zum Kriegsdienst in der nordkoreanischen Armee gezwungen und später in einem Kriegsgefangenenlager interniert. Die Erfahrungen aus jener Zeit bestärkten ihn in der Auffassung, daß Lyrik in einer engen Beziehung zu alltäglichen Realität stehen müsse. Die April-Revolution 1960, welche den autokratischen Präsidenten Syngman Rhee um die Macht brachte, weckte in Kim große politische Hoffnungen, die jedoch in der Folge rasch wieder zerstört wurden. Beides – Hoffnung wie Enttäuschung – spiegelt sich im Ton seiner Lyrik. zu Lebzeiten hat Kim Soo-Young nur einen einzigen Lyrik-Band veröffentlicht (»Spielerei im Mond«, 1959); sein Gesamtwerk, zu dem auch bedeutende literaturkritische Arbeiten gehören, wurde ers postum veröffentlicht. Kim Soo-Young wurde am 27. November 1921 in Seoul als ältestes Kind einer recht wohlhabenden Familie geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren trat er auf Wunsch des Vaters in eine Handelsschule ein, 1941 begann er in Tokyo zu studieren und nahm nebenbei Schauspielunterricht. 1943 kehrte er nach Korea zurück, um Schauspieler zu werden. Doch schon kurz nach der Proklamation der Unabhängigkeit Koreas begann er selbst zu schreiben und studierte von 1946 bis 1948 Anglistik in Seoul. In den 50er und 60er Jahren prägte er gemeinsam mit einigen anderen Autoren entscheidend das Bild der modernen koreanischen Literatur und wurde zum Vorbild einer neuen Schriftstellergeneration. Am 15. Juni 1968 kam er bei einem Autounfall ums Leben.
Aus dem Koreanischen übersetzt von Yang Hanju und Jürgen Banscherus Mit einem Nachwort von Yang Hanju감 꽃어릴 적엔 떨어지는 감꽃을 셌지전쟁통엔 죽은 병사들의 머리를 세고지금은 엄지에 침 발라 돈을 세지그런데 먼 훗날엔 무엇을 셀까 몰라.KAKIBLÜTENAls ich ein Kind war, zählte ich abfallende Kakiblütenim Krieg zählte ich die Köpfe gefallener Soldatenheute zähle ich Geld mit feuchtem Daumenwas ich in fernen Tagen zähle, weiß ich nicht.KIM Jun-tae (*1948) trat 1969 mit ersten Gedichten an die literarische Öffentlichkeit. Seitdem erschienen aus seiner Feder mehr als zwanzig Gedichtbände. „Gesang der Wasserspinnen“, seine Premiere im deutschsprachigen Raum, bietet einen repräsentativen Überblick über die verschiedenen Schaffensperioden des Dichters.In der koreanischen Literatur nimmt Kim Jun-tae eine prominente Stellung als Dichter der Gwangju-Mai-Demokratiebewegung von 1980 ein. Dafür steht vor allem sein berühmtes Gedicht „Gwangju, du Kreuz Koreas“, dessen Veröffentlichung in einer Tageszeitung ihn seine Stellung als Lehrer kostete. Kim Jun-tae auf seine politische Lyrik zu reduzieren greift indes zu kurz. Der vorliegende Band dokumentiert die enorme Bandbreite seines Schaffens: Zarte Naturlyrik steht neben hartem Realismus, schamanischen Gesängen nachempfundene Texte stehen neben Prosagedichten, religiös grundierte Zeilen neben historischen Reminiszenzen. Die zweisprachig gedruckten Gedichte zeigen – jenseits aller Katastrophen der jüngeren koreanischen Geschichte, unter deren Eindruck viele Gedichte entstanden – die erneuernde Kraft, die Kim Jun-tae insbesondere der Natur zuspricht, und den Optimismus seines Denkens.Kim Jun-tae wurde 1948 in Haenam, Korea geboren. Ab 1968 studiert er Deutsch und Englisch. 1970 Militärdienst, wurde gleich in den Vietnam-Krieg entsandt. Arbeitet ab 1976 als Deutsch- und Englischlehrer. Ab 1991 Arbeit als Redakteur bei einer Tageszeitung. 1996–2016 Professur für Kreatives Schreiben an der Gwangju Universität.Hanju Yang, geboren in Mokpo, Südkorea, lebt seit den 1980er Jahren in Deutschland, studierte Germanistik, Soziologie und Koreanistik. Übersetzerin und Lektorin an der Ruhr-Uni Bochum. 2011 Übersetzerpreis (mit Heiner Feldhoff) des LTI of Korea für den Roman „Schwarze Blume“ von Kim Young-ha.Jürgen Banscherus, geboren in Remscheid, studierte Geistes- und Sozialwissenschaften. Nach ersten Lyrik-Veröffentlichungen begann er Mitte der 1980er Jahre für Kinder und Jugendliche zu schreiben. Seine Bücher wurden in 27 Sprachen übersetzt. 2010 Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.
Ausgewählt und aus dem Koreanischen übertragen von Wha Sean Roske-Cho
81 Gedichte, die der Autor als Nachrufe und Erinnerungen an seine Mutter gerichtet hat. Auch wenn es sich nicht um buddhistische Dichtung im strengen Sinn handelt, ist das Werk Cho Byung-Hwas tief von buddhistischem Geist durchdrungen und eines der wichtigsten Beispiele religiöser Lyrik des modernen Korea. Über den Autor: Cho Byung-Hwa wurde 1921 in Ansong, Provinz Kyonggi, Korea geboren. Seit seiner ersten Veröffentlichung 1949 hat Cho in grosser Produktivität fast jährlich einen neuen Band mit Gedichten und Essays vorgelegt. Er lehrte an zahlreichen Universitäten und hatte viele Ehrenämter inne.