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Stories & Novellas
Einige der hier angebotenen Titel bieten wir auch in der koreanischen Originalfassung an. Entsprechende Informationen finden Sie jeweils am Ende der Detailseite unter "Ähnliche Artikel, Originalfassungen und Übersetzungen".
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Mängelexemplar: Cover mit Kleberückstand eines Etiketts, sonst neu und einwandfrei Damaged Copy: Cover with glue residue, otherwise new copy In seinen P'ansori-Bearbeitungen nimmt Yi Chong-Jun den klassischen Kanon der koreanischen Volksdichtung auf und erzählt die auch für westliche Leser sehr reizvollen Geschichten in nicht entstellter, aber doch moderner Form nach. Immer schon galten diese Texte als sprachliche Fundgruben, und der sehr wortgewandte Autor greift, so wenig man seine Sprache altmodisch nennen könnte, gern und oft auf den Wortschatz der alten »Lieder« zurück, um seine Nacherzählungen farbig zu gestalten – auch mit dem offenkundigen Anliegen, sprachlichen Altertümern neues Leben einzuhauchen. Sein erklärtes Interesse gilt jedoch vor allem den fast vergessenen Episoden und Zügen der ursprünglichen, oft verschlungenen und langen Erzählungen, die auch den heutigen Koreanern meist nur noch in rudimentärer Form geläufig sind. Die herrlichen Geschichten sind mit kongenialen Illustrationen versehen.
Übersetzt von Ki-Hyang Lee Was bedeutet es, Mensch zu sein, in einer zunehmend von Technologie durchdrungenen Welt? In »Dein Utopia« versammelt Bora Chung eindringliche, verstörend schöne Geschichten über eine Zukunft, die längst begonnen hat, erzählt von KI-gesteuerten Autos und empfindsamen Aufzügen, von utopischen Heilsversprechen und Bürokratien, die sogar die Unsterblichkeit verwalten. Mit düsterem Witz und scharfem Blick lotet die preisgekrönte Autorin von »Der Fluch des Hasen« aus, was sein könnte, spielt mit unseren Erwartungen an das Morgen und beleuchtet dabei immer auch die Ängste, Absurditäten und Widersprüche unserer Zeit – überraschend, visionär und voller erzählerischer Kraft. »Im Kern geht es in diesen schrägen und überraschenden Erzählungen um Einsamkeit und Isolation in einer von Technik dominierten Gesellschaft – doch Chung ist eine viel zu komplexe Autorin, um die Ursachen dafür allein der Technologie zuzuschreiben. Sie spielt mit unseren Erwartungen an die Zukunft, lotet aus, was möglich sein könnte, und greift dabei wie gewohnt auf Elemente verschiedenster Genres und literarischer Traditionen zurück. Und das alles wird keinen Moment langweilig.« Chicago Review of Books »Chungs Geschichten vermeiden jeden plumpen Techno-Pessimismus, aber sie legen nahe, dass es bei den Diskussionen über die zukünftige Rolle der Technologie in unserer Gesellschaft auf keinen Fall an Einfühlungsvermögen und Herz mangeln darf.« The Georgetown Voice »Chungs kluge, hochaktuelle Storys bestechen durch ihre Fantasie und einen Sinn für trockenen Humor.« The New York Times Autorin und ÜbersetzerinBora Chung, geboren 1976 in Seoul, ist Autorin von mehreren Romanen und Kurzgeschichtensammlungen. Sie übersetzt zeitgenössische Literatur aus dem Russischen und Polnischen ins Koreanische, unterrichtete an der Yonsei-Universität u. a. Science Fiction Studies. Chungs deutschsprachiges Debüt »Der Fluch des Hasen« (CulturBooks, 2023) stand auf der Shortlist für den International Booker Prize, und »Dein Utopia« war für den Philip K. Dick Award nominiert. Ki-Hyang Lee, geboren in Seoul, studierte Germanistik, Pädagogik und Japanologie in Seoul, Würzburg und München. Sie lebt in München, arbeitet als Dozentin an der Universität und ist Übersetzerin und Verlegerin des Märchenwald Verlags. Unter ihren zahlreichen Übersetzungswerken finden sich Han Kangs »Die Vegetarierin« und Cho Nam-Joos »Kim Jiyoung, geboren 1982«. Für die Übersetzung von »Der Fluch des Hasen« wurde sie mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2024 ausgezeichnet.
Übersetzt von: Julia Zachulski Ein Trostspender in trostlosen Zeiten und eine Stütze, um Trennungen zu verarbeiten: "Every Moment Was You"Das Erwachen der Liebe ist ein emotionales Auf und Ab, auch für Taewoan Ha. Als er seinen Seelenmenschen findet, fühlt er sich endlich geborgen und erlebt Gefühle, die alle kennen, die schon mal ihr Herz verloren haben. Doch Glück bleibt ein vorübergehender Zustand, das muss auch unser Liebespaar bitter lernen. Kleine Konflikte wiegen immer schwerer. Was eben noch vertraut schien, fühlt sich bald fremd an und führt schließlich zur Trennung. Am tiefsten Punkt seines Liebeskummers lernt Taewoan die wohl wichtigste Lektion: dass die vielen kleinen Momente, die später Erinnerung heißen, das Leben erst so wundervoll machen.In klarer, einfacher Sprache fängt Taewoan Ha die Schönheit der Liebe ein und mit ihr die tiefen Verletzungen, die sie begleiten. Wunderschöne Illustrationen ergänzen seine Worte und geben Kraft, um den Druck und die Traurigkeit auszuhalten, die das moderne Leben und Lieben oft umgeben, und um Trennungsschmerz zu überwinden."Every Moment Was You" geht ans Herz. Diese lyrische Erzählung über Schicksal und Verlangen startete in Korea einen Social-Media-Hype und hat sich international schon über eine Million Mal verkauft.
Übersetzt von Ki-Hyang Lee Ki-Hyang Lee wurde für Ihre Übersetzung mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2024 ausgezeichnet. »Wir tun immer so, als wäre alles vollkommen normal. Aber das Leben ist nicht normal.« Bora Chung »Cooler, genial-verrückter K-Horror!« Ed Park »Bora Chung thematisiert die Zumutungen des modernen, hochdrehenden Alltags und steigert sie ins Groteske, Monströse, Absurde.« SWR Kultur »Diese zehn Geschichten sprengen unsere Vorstellungskraft: Sie sind atemberaubend, wild und verrückt, eine verblüffender als die andere.« Publishers Weekly Das Buch Bora Chungs »Der Fluch des Hasen« entzieht sich jeder literarischen Schublade und verwischt auf einfallsreiche Weise die Grenzen zwischen den Genres, ob magischer Realismus, literarischer Horror, Phantastik oder Speculative Fiction. Es ist der faszinierende Auftritt eines Stars der koreanischen Literatur: fesselnde, unheimliche, hochintelligente Fabeln, die uns mit skurrilem Humor und (manchmal wortwörtlichem) Biss die sehr realen Schrecken und Grausamkeiten unserer modernen Gesellschaften vor Augen führen. »Schnallen Sie sich an, denn wenn diese scharfsinnigen Geschichten ihre verheerende Fahrt nehmen, gibt es kein Zurück mehr.« Chicago Review of Books
Nach ihrem feministischen Weltbestseller »Kim Jiyoung, geboren 1982« widmet sich die koreanische Autorin Cho Nam-Joo weiterhin dem Schicksal von Frauen in ihrem Land, die unter den patriarchalen Strukturen leiden. Acht Frauenleben werden beleuchtet und wieder gelingt es der Autorin, dass sich Frauen weltweit angesprochen fühlen. »Miss Kim weiß Bescheid« versammelt die Leben von acht koreanischen Frauen im Alter von 10 und 80 Jahren. Jede einzelne dieser stellvertretenden Frauenbiografien wird vor einem aktuellen gesellschaftlichen Thema in Korea verhandelt: das heimliche Filmen von Frauen in der Öffentlichkeit, Hatespeech und Cybermobbing auf Social-Media-Plattformen, häusliche Gewalt, Gaslighting, weibliche Identität im Alter und die Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz. Auch sich selbst, die plötzlich weltbekannte Autorin, nimmt sie ins Visier. Ihr Erfolg ermöglicht ihr einerseits, ihr Leben als Schriftstellerin komfortabel zu führen, andererseits lässt sie der Hass, der ihr vor allem im Netz begegnet, nicht kalt. Cho Nam-Joos meisterhaftes Können besteht in der glasklaren Sprache, in der sie ihre Prosa verfasst und gleichzeitig in dem genauen Blick auf die Ungerechtigkeiten Koreas, den sie mit nichts verschleiert, sondern im Gegenteil messerscharf zu Papier bringt. Wie schon bei »Kim Jiyoung, geboren 1982« sind auch die Schicksale dieser acht Frauen nicht annähernd so weit von uns weg, wie wir meinen und hoffen.
Aus dem Koreanischen von Kyonghae Flügel Eine wunderbare Mischung aus Humor, Wildheit und schmerzvoller Zärtlichkeit Ein Mann betrachtet einen alten Boxsack, der in seinem Garten an einem Zweig des Kakibaums hängt und dessen Leder durch die Witterungseinflüsse langsam abgebaut wird. Dieses Überbleibsel aus seiner Jugend ist der Ausgangspunkt für die Geschichte seines Lebens, von der Highschool bis ins Erwachsenenalter. Als Teenager wurde er von seinem Ethiklehrer zu Unrecht bestraft, weil er die herumwirbelnden Blätter vor dem Klassenzimmerfenster beobachtet hatte. Im Boxen findet der wütende junge Mann ein Ventil und einen Weg, sich der Welt zu stellen. Jahre später trifft er auf seinen ehemaligen Lehrer, einst das Objekt seines schrecklichen Hasses. Wer hätte gedacht, dass sie bei ihrem Wiedersehen an einer Autobahnraststätte vereint lachen würden? Beim Boxen ist ein Jab eine abrupt geschlagene Gerade – hier ist es die Titelgeschichte von Unsu Kims erster Kurzgeschichtensammlung. Darin begegnet man einer Gruppe Krimineller, deren Einbruch schiefläuft, sodass sie in dem von ihnen geöffneten Tresorraum eingesperrt werden. Zum Zeitvertreib denken sie sich BMovieSzenarien aus und würfeln, wer mit der einzigen Frau in der Gruppe schläft. Es gibt einen rückfälligen Alkoholiker, der dennoch versucht, ein neues Leben zu beginnen, und einen missverstandenen Träumer, der ein Spielball der koreanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. Die Protagonisten sind faszinierend und auf ihre Art Helden, ob nur für einen Tag oder ihr ganzes Leben lang. Unsu Kims Geschichten zeigen die Auswirkungen der Zeit auf Menschen und auf Dinge. Frei von direkter Gesellschaftskritik und unterschwelligen Botschaften entführen sie in eine Welt von glücklichen und unglücklichen Zufällen, die über die Schicksale von gewöhnlichen und ungewöhnlichen Menschen entscheiden. Unsu Kim hat die unvergleichliche Fähigkeit, das Leben seiner Helden in einem ungekünstelten, kompakten und zugleich raffinierten Stil zu schildern – seine Geschichten gehen unter die Haut. • Das neue Buch des koreanischen Bestsellerautors mit acht eindrucksvollen Kurzgeschichten • Erzählt von Männern und Frauen mit ungewöhnlichen Schicksalen, frei von unterschwelligen Botschaften und aufgesetzter Gesellschaftskritik
Aus dem Koreanischen übersetzt von In-kyoung Ahn und Anneliese Stern-Ko Nach dem Koreakrieg wurden viele westliche literarische Werke ins Koreanische übersetzt und rezipiert. Die Koreanische Literatur in deutscher Übersetzung fristet aber im Vergleich zu der seit einiger Zeit weltweit enorm erfolgreichen K-Pop-Kultur immer noch eher ein Schattendasein, und das ungeachtet der Tatsache, dass seit 2005, als Korea Gastland auf der Frankfurter Buchmesse war, nicht wenige Übersetzungen koreanischer Werke auf Deutsch veröffentlicht wurden. Für diese Anthologie wurden elf Erzählungen ausgewählt, die in der von der Korea Foundation herausgegebenen Vierteljahreszeitschrift Koreana erschienen sind. Die elf Autorinnen und Autoren dieser Werke sind zwischen 1958 und 1980 geboren und in Korea allesamt mit Literaturpreisen ausgezeichnet worden. Die Erzählungen spannen einen Bogen von der Joseon-Zeit (1392–1910) bis in die Zukunft, von der historischen Erzählung bis zur Sci-Fi-Literatur. Der illustrierte Band lädt dazu ein, sich unter verschiedenen Blickwinkeln dem Land Südkorea zu nähern. INHALT Vorwort KIM Ae-ran: Die Nützlichkeit der Landschaft KIM Deok-hee: Wenn die Sichel bellt LEE Young-Hoon: Alle mögen Girls’ Generation CHO Hae-Jin: Geleitschutz des Lichts KIM E-Whan: Deine Verwandlung KIM Kyung-Uk: Gefährliche Lektüre LEE Jang-Wook: Das tanzende Zimmer des Iwan Menschikow KIM Yeon-su: Die New York Bakery YUN Dae-Nyeong: Bitterorangen LEE Seung-u: Die Geschichte des Geschichtenerzählers KOO Hyo-seo: Die Salzsäcke
Aus dem Koreanischen von Hyuk-Sook Kim und Manfred Selzer. Letzte Nacht hörte ich eine Trompete. So kam es, dass ich an einem Frühlingsmorgen einen Rosenzaun passierte und einen windigen Wald betrat. Der Wald an jenem Frühlingstag war unheilvoll und still wie die sterblichen Überreste eines im Geheimen Begrabenen. Im Wald selbst war kein bisschen Wind mehr zu spüren. Und die Rosen am Zaun widerlegten allein mit ihrem Duft das Unheilvolle des Waldes. Dort erinnerte ich mich an ein Haus mit auffallend roten Rosen. Meine plötzlichen Gedanken hatten zwar keinen roten Faden und schwirrten völlig durcheinander in meinem Kopf umher, dies aber hartnäckig, und hartnäckig waren nicht nur meine Gedanken. Letzte Nacht hörte ich eine Trompete.Die schönen Ureinwohner des Rosengartens DAS BUCH Koreas »Neue Generation« – Der Grundtenor der neun Erzählungen »Was? Leslie Cheung ist tot?« von KIM KYUNG-UK liegt bei der Verständigung zwischen den Menschen und bewegt sich gerne in der Nähe der Popkultur, wendet sich aber auch historischen Themen mit starkem Gegenwartsbezug zu. DER AUTOR KIM KYUNG-UK, geboren 1971 in Gwangju (Süd-Jeolla), studierte Anglistik und Koreanistik an der Nationaluniversität Seoul. 1993 debütierte er noch als Student mit der preisgekrönten Kurzgeschichte »Außenseiter«. Seither hat der koreanische Erzähler und Romanschriftsteller sieben Prosasammlungen und sieben Romane veröffentlicht. KIM KYUNG-UK wurde mit diversen renommierten Literaturpreisen in Korea ausgezeichnet, darunter mit dem Literaturpreis Hankook Ilbo 2004 für die titelgebende Kurzgeschichte »Was? Leslie Cheung ist tot?« seiner vierten Erzählsammlung 2005, dem Hyundae Munhak-Preis für zeitgenössische Literatur 2008, dem Dong-In-Literaturpreis 2009 und dem Yi-Sang-Literaturpreis 2016. Seit 2013 lehrt er an der Koreanischen Nationaluniversität der Künste (K‘Arts) in Seoul. Die vorliegende Erzählsammlung ist seine erste Buchveröffentlichung im deutschsprachigen Raum.
Aus dem Koreanischen von Hyuk-Sook Kim und Manfred Selzer. Eun Hee-Kyung, Jahrgang 1959, studierte Koreanische Sprach- und Literaturwissenschaften an der Sookmyung Frauen-Universität und an der Yonsei-Universität in Seoul. Im Jahre 1995 debütierte sie als Schriftstellerin mit der Erzählung »Das Duett«, das den Literaturpreis des Frühjahrswettbewerbs der Dong-A Tageszeitung gewann. Im selben Jahr bekam sie mit ihrem Erstlingsroman »Ein Geschenk des Vogels« den Romanpreis, den der Verlag Munhakdongnae zum ersten Mal verlieh. Zu ihren literarischen Vorbildern zählt sie Milan Kundera und Franz Kafka. Für ihre Werke ist charakteristisch, dass sie dem Alltag, der auf den ersten Blick nicht bemerkenswert erscheint, mit feinen und dichten Beschreibungen eine lebhafte Form verleiht. Eun schreibt über die Schmerzen und Tragödien der ‚kleinen Leute‘, Menschen, die keine Hauptdarsteller ihres Lebens geworden sind und dadurch schließlich ein Gefühl der Entfremdung in sich tragen. In Korea ist der Name der Bestsellerautorin Eun Hee-Kyung mittlerweile fast eine Gattungsbezeichnung geworden.
Aus dem Koreanischen von Kang Seung-Hee Geschichten von Außenseitern und davon, wie Unbekanntes und Unheimliches in den Alltag einbricht. Die Erzählungen spielen im modernen Südkorea, in Städten und auf dem Land. Jede Erzählung birgt ungeahnte Überraschungen und liest sich wie ein Roman. „Die Geschichten handeln von Frauen im modernen Südkorea, die ihrem Schicksal trotzen ... Emotional sehr aufwühlend und spannend geschrieben.“ (Jeannette Brendtner, ekz)Zu einzelnen Erzählungen:Die glatten Oberschenkel des Jungen J.: Ein Fotograf steckt fest in seinem Leben mit einer erstickend ehrgeizigen Frau. Eines Tages prügelt er sich aus banalem Anlass mit einem Achtzehnjährigen. Aus einer Laune heraus stellt er den Jungen später als Assistenten ein. Sein Leben füllt sich mit Leichtigkeit, Heiterkeit, unerklärbaren Gefühlen. Dann kehrt seine Frau zurück ...Ihre Art des Weinens: Die Protagonistin dieser Erzählung war ein Kleinkind, als ihr neugeborener Bruder starb. Das Baby lebt in ihr weiter. Als sie erwachsen ist, erzählt sie einer Geliebten die Geschichte, wie in der Familie alle weinten, jede und jeder auf eigene Weise – und wann ihre Mutter mit dem Weinen aufgehört hat.Ich bringe dich dorthin: Er hält die falschen Anschuldigungen nicht mehr aus und fährt nachts im Nebel an den Sumpf, um einzusinken und zu sterben. Er wird gerettet, gerät in ein idyllisches Dorf am Rand des Sumpfes, in dem Frauen nach Schnecken und anderem Essbaren tauchen – oder war alles nur ein Traum?Was ich schrieb. 1. Ich und Lolita: Eine Literaturprofessorin wird von einer Studentin aufs Glatteis geführt, und dann entspinnt sich zwischen beiden ein Roman, ein Liebesroman ... der Serie von 3 Erzählungen ließe sich als Buch im Buch lesen, oder so, als würden die Figuren die Autorin in ihre Welt mitnehmen.Über die AutorinCheon Woon-young gilt als Vertreterin einer neuen feministischen Literatur aus Korea, in der Frauen nicht mehr „sich selbst“ finden müssen, sondern von vornherein eigenwillige, starke Gestalten sind. Sie publizierte Erzählungen und Romane. Virtuos bespielt sie den Zwischenraum zwischen Wirklichkeit und Fiktion.
Aus dem Koreanischen übersetzt von Young-Suk Chang und Regine Nohejl In der Erzählsammung „Schneeweg“ steht vor allem die Person der Mutter im Mittelpunkt. Sie versucht, ihre Familie zusammenzuhalten, die ständig von Auflösung bedroht ist. Ihre Gestalt wird zur Verkörperung der Lebenssehnsucht des heutigen Koreas nach Geborgenheit und Heimat.
Erzählungen, aus dem Koreanischen von Hoo Naam Seelmann und Rudolf Bussmann In seinen 10 Miniatur-Thrillern erzählt der Autor KimYoung-Ha mit Raffinesse von der jungen Generation Südkoreas. In nüchterner, spröder Sprache geht es um Dramen, die sich zwischen den Figuren und in ihrem Inneren abspielen. In einigen Geschichten spielt ein Mord eine Rolle, andere durchzieht die Ahnung eines Ereignisses, das die Welt der Protagonisten auf den Kopf stellen wird. Korea ist hin- und hergerissen zwischen modernem Rationalismus und traditionellen Werten. Der Widerspruch geht oft mitten durch die Figuren In Korea hat sich der Wandel zum elektronischen Zeitalter in rasender Geschwindigkeit vollzogen. Die Suche nach dem, was sich jenseits von Schein und Wahn als Wahrheit erweisen könnte, durchzieht die Geschichten wie ein roter Faden. Oft vermögen die Protagonisten die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit nicht mehr auseinanderzuhalten und werden zu Gefangenen ihrer fixen Ideen. Ihre Fluchten gelingen nicht immer, sie geraten in einen Strudel aus Leidenschaft, Gewalt und Obsessionen. Kim schafft es, in diesen kurzen Geschichten eine Atmosphäre zu erzeugen, wie sie sonst nur in Romanen zu finden ist – nach der Lektüre einer Geschichte hat man das Gefühl, einen Schmöker gelesen zu haben
„Lieben musst du jetzt, in diesem Augenblick. Verschieb es nicht auf morgen."Diese poetische Liebesgeschichte entführt einen mitten in die Kostbarkeit des Lebens und hat Millionen Menschen berührt. Gibt es so etwas wie Bestimmung im Leben? Blauperlenauge, der Karpfen eines Tempelglöckchens, kann zumindest sein Glück kaum fassen, als er Schwarzperlenauge begegnet: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Zusammen werden sie hoch oben am First des buddhistischen Tempels angebracht und spielen mit ihren Glöckchen im Wind, um traurigen Menschen Trost zu spenden und Freude in einsame Herzen zu tragen. Mit den Jahren wird Blauperlenauge jedoch unzufrieden. Ihm ist sein Leben zu eng geworden. Er möchte frei sein, die Welt entdecken und erfahren, was Liebe wirklich bedeutet. Wie durch ein Wunder wird ihm dies tatsächlich ermöglicht. Er erlebt viele gefährliche Abenteuer, bis ihm das wahre Wesen der Liebe bewusst wird. Blauperlenauge erkennt, dass er nicht anders sein muss, als er ist, und dass sich in der Akzeptanz erst die Schönheit des Lebens offenbaren kann.Jeong Ho-seung ist Südkoreas bekanntester Dichter. Mit dieser spirituellen Fabel gelingt es ihm, unaufdringlich an das Wesentliche im Leben zu erinnern und mit seiner einfühlsamen Poesie und Weisheit direkt die Herzen der Menschen zu erreichen.Die acht Illustrationen von Gisela Goppel wurden extra für die deutsche Ausgabe von „Liebende“ angefertigt. Der Autor Jeong Ho-seung, 1950 in Südkorea geboren, ist einer der bekanntesten Dichter seines Landes. Er studierte an der Kyung Hee University. Seine literarische Laufbahn begann er als Student mit Beiträgen für die Literaturzeitschrift "Anti-Poetry". 1982 veröffentlichte er seinen ersten Roman, dem viele weitere Bestseller folgten. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den "Dong Seo"-Literaturpreis. "Liebende" erschien 2008 in Korea und ist inzwischen in der 32. Auflage mit über zwei Millionen verkaufter Exemplare.
Die „Hefte für ostasiatische Literatur“ machen in Europa bisher unbekannte literarische Texte aus dem fernen Osten in deutschen Übersetzungen zugänglich. Neben wichtigen lyrischen, erzählenden oder auch dramatischen Texten aus China, Japan und Korea bieten sie Informationen über und Werkstattgespräche mit literarischen AutorInnen aus Ostasien, eine sorgfältige Zusammenstellung von Neuigkeiten aus dem kulturellen und literarischen Leben Chinas, Japans und Koreas sowie eine ausführliche Bibliographie neuer deutschsprachiger Publikationen zur Literatur dieser Länder.„Die Hefte stellen ein ausgezeichnetes Forum dar, um überwiegend zeitgenössische, aber auch klassische Autoren Ostasiens bekannter zu machen, als das einschlägige Buchprogramme bei uns können ...“ („China Literaturmagazin“)„Die HoL haben sich als unersetzliche Quelle literarischer Anregungen, fruchtbarer Grenzüberschreitungen und vor allem von Qualität etabliert.“ (Ruth Keen, „Neue Zürcher Zeitung“)ÜBERSETZUNGEN Jeong Serang: Happy Cookie Ear (Aus dem Koreanischen von Hanju YANG, Zhen Chen, Lorien Göner, Johanna Halsch, Andrea Koschan, Nadine Küppers, Julia Lommen, Maike Mönnighoff, Katharina Reim, Shirin Taylan, Katharina Wiewel, Julia Zachulski) Kim Jung-tae: Fünf Gedichte – Kakiblüten; Beim Dreschen des Sesams; Eine Bohne; Gesang der Wasserspinnen; Choeung Ek (Aus dem Koreanischen von Hanju Yang und Jürgen Banscherus) Chikamatsu Monzaemon: Der fatale Zeitrutsch des Urashima Tarō – Aus einem Chikamatsu-Drama (Aus dem Japanischen von Detlev Schauwecker) Bi Feiyu: Wangjiazhuang auf der Erde (Aus dem Chinesischen von Eloïse Régine Agnès Chennaux und Joana-Lorina Hilgert) Sheng Keyi: Die Gebärmutter – Kapitel 1 (Romanauszug) (Aus dem Chinesischen von Frank Meinshausen) Yang K'uei: Drei kurze Essays: Ein Jahr zum Heulen (1946); Erinnerungen an Wu Hsin-jung (1977); Grabt das Verschüttete wieder aus! (1981) (Aus dem Chinesischen von Thilo Diefenbach) Liu E: Supplement zum Roman »Die Reisen des Lao Can« (Aus dem Chinesischen von Hans Kühner) ESSAY Asa-Bettina Wuthenow: Gedanken zum Krieg REZENSIONEN Rebecca Ehrenwirth: Thilo Diefenbach (Hrsg.): Zwischen Himmel und Meer: Eine Anthologie taiwanischer Literaturen Volker Klöpsch: Maghiel van Crevel u. Lucas Klein (Hrsg.): Chinese Poetry and Translation. Rights and Wrongs INFORMATIONENNachrichten zur Literatur aus China, Hongkong und Japan · Neue deutschsprachige Veröffentlichungen zur chinesischen und koreanischen Literatur
Als der Medizinstudent Mirok Li im Jahr 1919 aus Korea floh, um der Verhaftung durch die japanischen Besetzer zu entgehen, fand er in Deutschland eine neue Heimat. Durch sein schriftstellerisches Werk wurde er zu einem wichtigen Vermittler zwischen koreanischer und deutscher Kultur. Sein Leben und Werk wird in dieser Biographie eingehend beschrieben.
Herausgegeben von Albrecht Huwe. Übersetzung von Elke Golchert-Jung, Sabine Ganter-Richter, Hyang Kim-Hölzlein. Ein Student macht in einem Friseurladen eine zwiespältige Erfahrung, ein Straßenbahnschaffner folgt heimlich einer Frau, ein taubstummer Diener verliebt sich in seine Herrin, ein Mädchen verliert ihren Liebhaber. In sieben Erzählungen werden menschliche Grunderfahrungen und Leidenschaften bildkräftig beschrieben.
Warum vertragen sich Hunde und Katzen so schlecht? Warum kriechen Schildkröten auf den Strand? Warum haben Fasanen weiße Flecken im Gesicht? Humorvoll schildern koreanische Kurzerzählungen ("Iyagi") vom Leben der Tiere und Menschen und vermitteln dabei unterhaltsam Lebensweisheiten. Mirok Li (1899-1950) entstammt einer Familie koreanischer Großgrundbesitzer und wurde streng in der konfuzianischen Tradition erzogen. Nach Protesten gegen die japanische Besatzung musste er Korea verlassen und lebte seit 1920 in Deutschland. Dort Promotion in Zoologie, später Tätigkeit am Ostasiatischen Institut der Universität München. Durch sein schriftstellerisches Werk wurde er zu einem wichtigen Vermittler zwischen koreanischer und deutscher Kultur.
Nur fragmentarisch ist die Fortsetzung des bedeutenden Romans „Der Yalu fließt“ erhalten. Der hier veröffentlichte Teil schildert die Ankunft Mirok Lis in Deutschland und seine ersten Erfahrungen mit der europäischen Kultur. Zwei weitere Erzählungen aus dem Nachlass greifen Themen aus der koreanischen Heimat auf. Über den Autor Mirok Li, 1899 im heutigen Nordkorea geboren und 1919 nach der Beteiligung an einer Studentendemonstration gegen die schon 1910 erfolgte Annektierung des Landes durch Japan über den nördlichen Grenzfluß Yalu zuerst nach China entflohen und dann im März 1920 mit einem chinesischen Paß nach Deutschland gekommen, hatte alle Phasen der tragischen Entwicklungen seines Gastlandes mitgemacht. Er starb fast auf den Tag genau dreißig Tage nach seiner Ankunft, im März 1950, nur wenige Monate vor dem Ausbruch des unseligen Korea-Krieges, der seine Heimat über Nacht in aller Welt bekannt machen sollte.
Aus dem Koreanischen übersetzt von Hyuk-Sook Kim und Manfred Selzer. Ein junger Mann deutet seine Fettleibigkeit mit Hilfe der Venus von Willendorf. Ein Mädchen ist von ihrer Andersartigkeit überzeugt und sucht den Übergang in eine neue Welt. Ein Chefredakteur erhält eine Nachricht von einer Jugendliebe, die ihn an eine vor langer Zeit getroffene Verabredung erinnert. In diesem Werk werden anhand von sechs Erzählungen komplexe Gebilde rund um Einsamkeit, Sehnsucht und Traumfiguren der Wirklichkeit gesponnen.
Aus dem Koreanischen übersetzt von Kang Seung-Hee, Oh Dong-Sik, Torsten Zaiak und Martin Tutsch. Herausgegeben und Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. HWANG SOK-YONG gehört zu den herausragenden Schriftstellern der zeitgenössischen koreanischen Literatur. Dies liegt wohl daran, daß seine Texte einerseits ein sehr breites Themenspektrum haben und andererseits nie das Leben der Leute aus den Augen verlieren, die im Abseits der Gesellschaft stehen. So stehen nicht selten unterdrückte und entfremdete Menschen aus den untersten Schichten wie wandernde Tagelöhner, Prostituierte, Bettler oder Soldaten mit katastrophalen Kriegserfahrungen im Zentrum seiner Prosa. Das Schreiben von Hwang Sok-Yong ist eng mit seinen eigenen Lebenserfahrungen verbunden. Er selber erlebte die beiden Kriege in Korea und Vietnam. So ist es kein Zufall, daß gerade das Thema Krieg immer wieder behandelt wird. Die vorliegenden Erzählungen zeigen die Versuche Hwangs, Geschichte in verschiedensten Formen und an unterschiedlichsten Schicksalen darzustellen. Auszug Ihre Gestalt, die sich vor dem Abendrot des Himmels schwarz abzeichnete, schien über dem Unkraut zu schweben und war kein schöner Anblick. Letztendlich gewöhnte man sich daran, ebenso wie an die Fabrikruine, und schenkte ihr bald keinerlei Beachtung mehr. 잡초 Zeittafel 1943 Hwang Sok-Yong, mit eigentlichem Namen Hwang Su-Yong, geboren am 14. Dezember in Changchun in der Mandschurei 1945 Unmittelbar nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft: Umzug nach Pjöngjang, der Heimat seiner Mutter 1947 Umzug nach Seoul 1950-53 Korea-Krieg 1962 Frühling: Hwang Sok-Yong geht freiwillig von der Schule ab und reißt von zu Hause aus. Bis Oktober wandert er durch den Süden des Landes Im November erhält er den Literaturpreis für Nachwuchsschriftsteller der renommierten Literaturzeitschrift Sasanggye für die Erzählung An der Felswand 1964 Teilnahme an der Demonstration gegen die Gespräche zwischen Korea und Japan. In einer Gefängniszelle lernt Hwang Sok-Yong einen Brückenbauarbeiter kennen und geht mit ihm in den Süden des Landes. Nach der Arbeit als Tagelöhner studiert er, um Mönch zu werden, in mehreren Tempeln den Buddhismus 1966-69 Militärdienst in Vietnam 1970 Ersten Preis beim Literaturwettbewerb der Zeitung Chosun-Ilbo für die kurze Erzählung Die Pagode. Veröffentlichung der Erzählung Der Heimgekehrte 1971 Veröffentlichung der Erzählungen Falsche Blume, Lineal, In der Fremde 1972 Veröffentlichung der Erzählungen An meinen Bruder, Kamelauge, Ein Mensch wie du und ich und des Romans Die Geschichte des Herrn Han 1973 Veröffentlichung der Erzählungen Unkraut, Der Weg nach Sampo, Nachtschicht, Der Berg der Gräber. Ferner und einsamer Ort, Schweine bringen Glück 1974 Veröffentlichung der Erzählungen Die zarten Hände einer Frau, Der Traum eines starken Mannes 1975 Veröffentlichung der Erzählung Der wandernde Sänger und des Dramas Wilde Chrysantheme 1976 Veröffentlichung der Erzählungen Die Vögel von Molgaewol, Die Gleise, Winterlicht 1977 Veröffentlichung der Erzählung Der Hahnenkamm blüht und verblüht 1978 Umzug nach Gwangju 1980 Gwangju-Aufstand 1981 Veröffentlichung der Dramensammlung Der Falke vom Jangsan-Kap. Auf »Empfehlung« der »Ermittlungskommission des Gwangju-Aufruhrs« zieht Hwang Sok-Yong auf die Insel Jeju 1982 Rückkehr nach Gwangju 1984 Erscheinen des zehnbändigen Romans Jang Gilsan nach zehnjähriger Veröffentlichung in der Zeitung Hanguk-Ilbo 1985 Illegale Veröffentlichung des Berichts über den Gwangju-Aufstand Über den Tod hinaus, über die Finsternis der Zeit hinaus. Teilnahme am »Kulturfestival der Dritten Welt« in Westberlin 1987 Veröffentlichung der Erzählung Das Tal 1988 Veröffentlichung der Erzählung Leidenschaftliche Liebe und des zweibändigen Romans Der Schatten der Waffen 1989 März: Besuch Nordkoreas auf Einladung des »Literatur- und Kunstverbandes« 1990 August: Teilnahme an der »Versammlung aller Völker« in Pjöngjang 1989-91 Aufenthalt in Berlin als Gastschriftsteller der Akademie der Künste 1991 Ab November: Aufenthalt in den USA als Gastschriftsteller der Long Island Universität 1993 April: Rückkehr nach Südkorea. Hwang Sok-Yong wird verhaftet und wegen seines Besuches in Nordkorea zu einer Gefängnisstrafe von 7 Jahren verurteilt 1998 Freilassung aus dem Gefängnis nach der 5 Jahren Haft 2000 Erscheinen des zweibändigen Romans Der alte Garten. Für diesen Roman erhält Hwang Sok-Yong die beiden Literaturpreise Danjae und Yisan 2000 Erscheinen des Romans Der Gast, wofür er den Daesan-Literaturpreises erhält 2000 Teilnahme an dem Sondergespräch »Korea: geteiltes Land, geteilte Literatur?« auf der Frankfurter Buchmesse 2000 Erscheinen des Romans Simcheong. Der Weg des Lotos 2003 Literaturpreis Korea Arts & Culture Education Service für den Roman Simcheong 2004 Manhae-Preis für Literatur 2004-07 Aufenthalt in London und Paris 2007 Baridegi. Roman 2008 Hesperus. Roman 2010 Der Traum von Gangnam. Roman
Dieser Band versammelt in einer Zusammenstellung des Autors vier Erzählungen, die zwischen 1979 und 2003 im Original erschienen sind. Hintergrund der literarischen Welt von Jeon Sang-Guk sind die traumatischen Erfahrungen der Teilung des Landes und des Koreakrieges, die den Autor und seine Zeitgenossen prägen. Neben dem Erlebnis nackter Gewalt und ideologischer Verblendung auf beiden Seiten bedeutet der Krieg für die meisten Koreaner Entwurzelung als Folge von Flucht und Vertreibung und läßt so ein Bewußtsein der Heimatlosigkeit entstehen, das der Autor zu einer Metapher für das Menschsein schlechthin erweitert. Ahbes Familie Eine koreanische Familie läßt ihren geistig behinderter Sohn zurück, als sie sich zur Auswanderung nach Amerika entschließt. Jahre später liest einer seiner jüngeren Brüder in den Tagebüchern seiner Mutter, die nicht nur diese Schuld nicht verwinden konnte, die lange verdrängte Vorgeschichte. Er kehrt als amerikanischer Soldat nach Korea zurück und forscht nach dem Schicksal des Bruders. Der Idiot Ahbe ist in dieser Geschichte sowohl das Symbol der zerstörerischen Macht des Krieges als auch ein Prüfstein, an dem sich die wahre Menschlichkeit der anderen bewähren muß. Diese Bewährungsprobe gelingt den in sich selbst oder in verkrusteten Traditionen befangenen Menschen dieser Geschichte eigentlich nicht. Nur der Ich-Erzähler erlebt eine Wandlung. Die Tränen eines Idols Eine Schulklasse wird zum Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Der Anführer der Wiederholerbande, Choi Kipyo, macht in der Schule Schwierigkeiten, die Lehrer hassen ihn, in ihren Augen ist er heimtückisch und brutal wie ein Teufel. Die Schüler haben einerseits Angst vor ihm, andererseits ist er ihr Idol. Die Ereignisse werden im wesentlichen aus der Perspektive des Schülers Lee Yudae erzählt, der das Geschehen mit wachen Blicken und kritischen Gedanken beobachtet. Yudae schwankt zwischen Bewunderung und Abscheu für die raffinierten Aktionen des Lehrers und des Klassensprechers, auch Kipyo gegenüber schwankt er zwischen echtem Mitleid und Abneigung, zwischen Faszination von dessen Auftreten und Ablehnung seiner Zügellosigkeit. Unsere Flügel Der Glaube an schamanistische Praktiken im zunehmend modernen Alltag bedeutet eine Zerreißprobe für eine Familie. Dargestellt wird der Konflikt zwischen irrationalem Verhalten und Alltagsrealität am Beispiel einer Familie, deren Frauen so fest in konfuzianistischen und vor allem schamanistischen Traditionen verwurzelt sind, daß diese ihre Wirklichkeitswahrnehmung trüben. Aber irrationale Ereignisse greifen auch in die scheinbar rationale Welt der Technik ein, wenn der Vater der Familie beim Autofahren Verkehrsunfälle verursacht, weil er etwas sieht, das es in der Realität gar nicht gegeben hat. Durch Zauberrituale und schamanistische Zeremonien versucht man, dem vermeintlichen Unheil zu entkommen. Planarien Diese Geschichte wurde gleich bei ihrem Erscheinen 2003 mit dem "Sonderpreis des Yisang Literaturpreise" und mit dem "9. Preis für moderne buddhistische Literatur" ausgezeichnet. Die hermaphroditischen Planarien sind ein Bild für menschheitsgeschichtliche und philosophische Zusammenhänge. Als Zwitter, die sich auch geschlechtlich fortpflanzen können, stehen sie am Anfang der Evolutionsgeschichte und ihrer Auswahl des Tüchtigsten und Anpassungsfähigsten und damit zugleich am Anfang einer als Fortschritt gedachten Entwicklung, wie sie von der westlichen Philosophie vertreten wird. Da sie sich aber auch ungeschlechtlich vermehren können, indem sich aus jedem abgetrennten Teilchen ihres Organismus wieder ein identischer neuer Organismus bilden kann, vertreten sie ebenfalls den ewigen gleichen Kreislauf der Natur, der durch immer neue Wiedergeburten bestimmt wird, wie sie der Buddhismus lehrt. In diesem Kontext greift der Autor auch die moderne Thematik des Klonens, insbesondere des Menschenklonens auf. Das rätselhafte Verschwinden einer jungen Frau läßt den Ich-Erzähler, einen Biologielehrer, unsicher zurück. Auch sie erscheint ihm wie ein Zwitterwesen. Parallel mit den Zweifeln an ihrem wirklichen Wesen wachsen auch die an seiner eigenen Identität. Über den Autor Jeon Sang-Guk wurde am 24. März 1940 in Hongchon (Hongcheon) in der Provinz Kangwon (Gangwon) geboren. Sein Interesse für Literatur und sein Wunsch zu schreiben wurden früh von seinen Lehrern geweckt. Er wollte daher Koreanistik studieren und ging dazu 1960 an die Kyunghee Universität in Seoul, vor allem weil dort der von ihm verehrte Schriftsteller Hwang Sun-Won (1915-2000) Professor war. Nach dem vierjährigen Studium hat er viele Jahre als Koreanischlehrer an Oberschulen gewirkt, ehe er an einer Universität ein Aufbaustudium absolvierte. Seine Magisterarbeit schrieb er über den Autor Kim Yu-Jeong (1908-1937), der zu den Pionieren der modernen koreanischen Erzählliteratur gehört. Von 1985 bis zu seiner Emeritierung im Sommer 2005 war Jeon Sang-Guk dann Professor für Koreanistik an der Staatlichen Kangwon-Universität in der Provinzhauptstadt Chunchon, wo er auch weiterhin lebt.
»ein philosophisches Kleinod, eine wundersame, vielschichtige Erzählung, randvoll mit ostasiatischer Mythologie und Religion« WDR »Die Geschichte der Sukhyang« gehört zu den am meisten gelesenen klassischen koreanischen Liebeserzählungen und ist seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in verschiedenen Fassungen überliefert. Eine genaue Entstehungszeit sowie der Autor sind unbekannt. Sukhyang ist der Name der weiblichen Heldin, deren abenteuerliches und facettenreiches Schicksal zwischen Realität und Phantasie angesiedelt ist – und das sicher nicht zuletzt schon in früheren Zeiten koreanische Leserinnen ermutigte, ihr unspektakuläres eigenes Leben standhaft zu bewältigen. Die abenteuerliche Geschichte beginnt damit, daß das junge Mädchen während der Flucht vor Aufständischen von ihren leiblichen Eltern getrennt wird und zahlreiche lebensgefährliche Prüfungen bestehen muß. Am Anfang steht eine Störung der Harmonie, die dann im Laufe der Geschichte über vielfältige Wendungen wieder hergestellt werden muß. Das glückliche Ende besteht in der Errettung durch himmliche Mächte. »Die Geschichte der Sukhyang« vereint auf faszinierende Weise koreanischen Volksglauben mit konfuzianische Regeln vom gebührenden Verhalten der Menschen untereinander und dem Respekt für Autorität und Hierarchie, aber auch taoistische Vorstellungen vom Universum der Unsterblichen mit philosophischen Ideen des Buddhismus. Ein kenntnisreiches Vorwort führt den Leser in die Geschichte und die zugrundeliegende Gedankenwelt ein.
Aus dem Koreanischen von Tae Hoon Lee und Heike Lee Erzählband im Rahmen des Projekts „100 Bücher aus Korea“ anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2005 im Auftrag des Korea Literature Translation Institute (LTI), Seoul, Korea Kim Kibom ist tot. Wer ist dieser Mann gewesen, der einst das Zeug zum Klassenbesten hatte, der mehr als zehn Jahre lang von der Außenwelt isoliert in einem abgelegenen Gebirgstal lebte und viele Jahre die Aufforderung sich einen neuen Personalausweis ausstellen zu lassen, ignorierte? Ein Schulfreund und der Besitzer des Unfallwagens, durch den Kim Kibom zu Tode kam, machen sich auf die Suche nach der Vergangenheit eines Mannes, der alles andere als gewöhnlich war. In seinen Erzählungen malt uns Hong Sungwon (geb. 1937) Bilder aus dem koreanischen Alltag. Da ist der alte Jäger, der die gejagten Tiere ob ihres Mutes und ihrer Weisheit achtet, der die Berggötter nicht unnütz zu provozieren wagt und keinesfalls von seinen althergebrachten Regeln bei der Jagd ablassen will, und der Mittvierziger, der Ex-Militär, dem es allein ums Erlegen des Wildes geht als Beweis der eigenen Überlegenheit und zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten. Seien es die beiden Jäger in der Gegensätzlichkeit ihrer Charaktere oder der junge Mann, der den autoritären und rücksichtslosen Seouler Betriebschef ins Jenseits befördert oder der hauptstädtische Angler, der die Schönheiten des Südmeeres genießt, ihnen allen ist eines gemeinsam: In ihnen begegnen uns Menschen des modernen Korea, das uns der Autor anschaulich und einfühlsam nahe bringt. In seinen Geschichten unterzieht Hong Sungwon die unmenschliche, verlogene Moral der modernen Gesellschaft einer unnachgiebigen Kritik. Für sein Roman- und Erzählwerk erhielt er in seiner Heimat verschiedene Literaturpreise. Mit diesem Erzählband stellt er sich erstmals dem deutschen Lesepublikum vor.
...Blumen, Vögel nutzlos? Ob das ernst gemeint ist? Nein, bestimmt nicht! Dinge, die wir für gewöhnlich gering schätzen oder nicht mehr beachten, werden unmerklich wieder in unser Blickfeld gerückt. Erinnerungen und Gefühle aus der Kindheit erwachen, erfüllen und bereichern uns ... Chong Chaebong (1946-2001) gilt in seiner Heimat Korea als Pionier der modernen Jugendliteratur, auch für Erwachsene, die ihre Jugend noch nicht verloren haben.