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Sun-Mi Hwang

Der Hund, der zu träumen wagte

Roman

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Art.Nr./ISBN: 9783036957432

Verlag: Kein & Aber

Jahr: 2016

Einband: Klappenbroschur

Seitenzahl: 176

Sprache: deutsch

Medientyp: Buch

 

Auf Lager, Lieferzeit 4-7 Werktage.

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Produktinformationen "Der Hund, der zu träumen wagte"

Aus dem Englischen von Simone Jakob

Eine berührende Geschichte über die Beziehung zwischen Mensch und Hund und eine Ode an den Mut, seine Träume zu leben.

Hündin Zotti muss sich seit ihrer Geburt als Außenseiterin in der Welt beweisen, verliert dabei jedoch nie den Mut und die Hoffnung, ihren Träumen nachzugehen. Sun-Mi Hwangs erstmals auf Deutsch erhältlicher Klassiker ist eine Fabel über Liebe und Verlust, über Vertrauen und Enttäuschung und darüber, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier kleiner ist, als man meint.

Über die Autorin

Sun-Mi Hwang ist Autorin und Professorin für Literatur in Seoul. Sie veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher und erhielt diverse Preise. Der internationale Durchbruch gelang der Autorin mit ihrem Roman »Das Huhn, das vom Fliegen träumte« (2014). Es wurde in neunzehn Sprachen übersetzt, prägte zehn Jahre lang die Bestsellerliste Koreas und war Vorlage für einen Animationsfilm.

Leseprobe

Die braune Hündin hob den Kopf und knurrte. »Ich dachte schon, er kommt gar nicht mehr.« Die mit einer Decke verhängte Maschendrahttür öffnete sich quietschend, und kalte Luft strömte in den Zwinger. Der alte Mann trat ein, und durch den Türspalt erhaschte die Hündin für einen Moment einen Blick auf das sich verfärbende Laub des Persimonenbaums im Hof. Die Schritte des Mannes hatten ihn verraten – wäre es jemand anderes gewesen, wäre die Hündin auch nicht so ruhig geblieben, schließlich hatte sie erst vor dreizehn Tagen ihre Jungen zur Welt gebracht.
Der alte Mann schloss die Tür hinter sich und stellte einen dampfenden Napf auf den Boden. Sein Gesicht verschwamm hinter dem Zigarettenrauch, der aus seinem Mund quoll, und sein Blick fiel auf die Welpen, die unersättlich an den Zitzen ihrer Mutter saugten. Er bückte sich, um sie vom Bauch der Hündin zu nehmen. »Ihr Rabauken! Ihr werdet sie noch aussaugen.«
»So ist es«, murmelte die Hündin und erhob sich langsam. »Dieser Wurf ist ständig hungrig.«

Sie sah erschöpft aus. Ihre Zitzen waren rot und geschwollen, ihr Fell stumpf. Gierig schlang sie ihr Frühstück herunter. Der Alte hockte sich neben sie, rauchte die Zigarette zu Ende und beobachtete sie. Sie zitterte, und ihre Schulterblätter ragten aus dem abgemagerten Körper. Die Welpen schnüffelten, verlangten winselnd nach ihrer Mutter, doch die konzentrierte sich ganz aufs Fressen und beachtete sie nicht.
Der Paraffinofen in der Ecke hatte die ganze Nacht über geheizt, und der Mann schaltete ihn aus. »So viele verschiedene Farben!«, bemerkte er. Und es stimmte, die Hündin hatte es auch bemerkt: Zwei der Welpen waren komplett braun, zwei braun mit weißen Flecken, drei braun mit schwarzen Flecken, und einer hatte schwarzes Fell, das in einem bestimmten Licht fast bläulich zu schimmern schien.
»Ein paar Tage musst du noch durchhalten«, sagte er und streichelte die Mutter mit seiner rauen Hand. »Bald finden wir Besitzer für sie.«
Die Hundemutter fraß den Napf leer, war jedoch immer noch nicht satt. Sie leckte die Reste auf und blickte nach oben zu dem alten Mann, der einen der gefleckten Welpen in der Hand hielt.
Er schüttelte den Kopf. »Das Erstgeborene …« Traurig sah er auf den kleinen Hund hinunter, der bereits steif war. »Es war von Anfang an kraft los, jetzt ist es tot.«

»Es ist zu schwach geboren«, seufzte die Mutter, »konnte noch nicht einmal richtig saugen. Warum machen mir jedes Mal die Erstgeborenen solchen Kummer?« Seufzend legte sie sich wieder hin. Die Welpen stürzten sich umgehend auf sie, stießen ihr im Kampf um die Zitzen ihre Schnauzen und Vorderpfoten in den Bauch und brachten ihn so in Wallung. Die beiden braunen Welpen, die die stärksten waren, drängten ihre Geschwister beiseite und sicherten sich die Plätze in der Mitte. Der schwarze Welpe wurde im Gerangel nach hinten geschoben und versuchte, sich wieder nach vorn zu kämpfen, schaffte es jedoch nicht, über die Beine seiner Geschwister hinwegzuklettern. Winselnd versuchte er es erneut, aber niemand machte ihm Platz.
Der alte Mann sah auf die winzige Hündin hinunter. »Du bist doch gar nicht schwach. Warum lässt du dir das gefallen?« Er platzierte den kleinen, federleichten Welpen seiner Handfläche. »Wie konnte deine Mutter ein so seltsames, kleines Ding wie dich auf die Welt bringen? Du hattest schon bei der Geburt so langes Fell!«
»So etwas habe ich auch noch nie erlebt«, sagte die Hundemutter. »Sie sieht ihrem Vater kein bisschen ähnlich.«
Die kleine schwarze Hündin beschnüffelte die Hand des Mannes, deren metallischer Geruch ihr vertraut war. Als ihre Geschwister sie einmal von der Decke gestoßen hatten, war sie auf den nackten Fußboden gerollt und hatte sich den Kopf am Maschendrahtzaun des Zwingers gestoßen, dessen Metallgeruch sie sofort einhüllte. Ihre Augenlider flatterten, ihr Kopf schmerzte erneut. Langsam öffnete sie die Augen und sah das faltige Gesicht des alten Mannes vor sich, das gerötet war von den Funken, die ihm beim Schweißen ins Gesicht sprühten.
»Da sieh mal einer an! Du bist die Erste, die die Augen öffnet!« Der alte Mann nahm einen der braunen Welpen von der Zitze in der Mitte und legte den schwarzen Welpen an seine Stelle.

 

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