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Kim Hoon

Schwertgesang

Roman

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Art.Nr./ISBN: 9783927648227

Verlag: Edition Delta

Jahr: 2008

Einband: broschiert

Seitenzahl: 196

Sprache: deutsch

Medientyp: Buch

 

Lieferzeit 7-10 Werktage

17,50 € *
 
 
 
 
 

Produktinformationen "Schwertgesang"

Aus dem Koreanischen übersetzt von Heidi Kang und Ahn Sohyun.
Herausgegeben und mit einer Zeichnung von Juana Burghardt.

SCHWERTGESANG kreist um die legendäre Figur des koreanischen Großadmirals Yi Sunshin, der 1598 die japanischen Invasoren besiegte und seitdem als der Retter Koreas verehrt wird. Kim Hoon erzählt aus der Perspektive des Protagonisten von seinen letzten zwei Lebensjahren.
Der ereignisreiche Roman verarbeitet meisterhaft Zeitgeschichte, ist jedoch kein historischer Roman, sondern der atmosphärisch dichte Erlebnisbericht eines berühmten Seehelden, der strategische List, Edelmut und aufrichtige Menschlichkeit vielschichtig in Verbindung bringt.
Manche Beschreibungen gehen auf die überlieferten Kriegstagebücher von Yi Sunshin zurück, in denen sich die menschliche Tragödie widerspiegelt, die jeder Krieg bedeutet, und wechseln mit seinen Betrachtungen über Leben und Tod ab.
Der Name von Yi Sunshin wird mit dem Schildkrötenschiff (Kobukseon) verbunden, dem ersten gepanzerten Kriegsschiff der Welt, das bei seinen siegreichen Seeschlachten von 1597 und 1598 von entscheidender Bedeutung war.
Der erfolgreiche Roman wurde mit dem renommierten Literaturpreis Tong-in 2001 in Seoul ausgezeichnet und für das Fernsehen verfilmt. In Korea ist Kim Hoons Schwertgesang (Kalui Norae) ein Bestseller, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

Der Autor

KIM HOON, 1948 in Seoul geboren, studierte Anglistik an der Korea-Universität. Ab 1973 war er als Journalist für die Tageszeitung Hankook Ilbo tätig und wurde als Essayist, Kritiker und Romancier bekannt, der mit mehreren renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. In seinen Romanen behandelt er vorwiegend historische Stoffe. Sein zweiter Roman Schwertgesang (2001) erreichte in Korea eine Millionenauflage. Seit 1994 übersetzen Ahn Sohyun und Heidi Kang gemeinsam zeitgenössische koreanische Romane und Erzählungen.

Pressestimmen

Protagonist in Schwertgesang ist der legendäre Großadmiral Yi Sunshin, der 1598 an der koreanischen Südküste die japanischen Invasoren besiegt und damit die sog. Hideyoshi-Invasion (1592-98) beendet hat. Mit seinem Namen verbunden sind die Kŏbuksŏn (‚Schildkrötenschiffe’), kleine und wendige gepanzerte Kriegsschiffe, die kaum geentert oder in Brand gesetzt werden konnten. Die Figur Yi Sunshin als Retter Koreas und die Schildkrötenschiffe als Zeichen koreanischer Überlegenheit wurden besonders in den 1970er Jahren unter Präsident Park Chung Hee benutzt für pathetische Darstellungen und eine nationalistische Betrachtungsweise der koreanischen Geschichte. Die Statue von Yi Sunshin in der Seouler Innenstadt auf dem Sejong Boulevard vor dem Königspalast erinnert an diese Zeit, hat jedoch mitten in der modernen Skyline der Kwanghwamun-Kreuzung Glanz und Größe verloren. [...]
In Schwertgesang erzählt Kim Hoon die letzten beiden Lebensjahre von Yi Sunshin bis zu dessen Tod mitten im siegreichen Seegefecht 1598 aus der Perspektive des Protagonisten. Teilweise hat Kim Hoon sich dabei auf die überlieferten Kriegstagebücher von Yi Sunshin gestützt, den Nanjung Ilgi (‚Tagebuchaufzeichnungen inmitten schwerer Zeiten’).
Rückblenden erzählen, wie Yi Sunshin nach seinen militärischen Erfolgen gegen die erste japanische Invasion im Jahr 1592 am Hof in Ungnade fällt, zum Tode verurteilt und dann vom König wieder begnadigt wird, um sein Land und seinen König an der Südküste siegreich zu verteidigen. Die Angst, wieder des Hochverrats verdächtigt zu werden, sitzt ihm ständig im Nacken, ebenso wie die Last seiner Aufgabe.
„Sollte ich jedoch durch das Schwert des Königs sterben, würden die Feinde zum König vordringen. Sollten mich die Feinde töten, würden sie ebenfalls zu ihm vordringen. Zwischen dem Schwert des Feindes und dem des Königs lag das unendlich weite Meer, und für mich gab es keinen Ort.“ (S. 66) Kim Hoon schafft es mit seiner konsequenten Ich-Perspektive, dem Leser einen wirklich menschlichen Yi Sunshin vorzustellen. Sein Yi Sunshin gerät in innere Konflikte, leidet unter den Unsinnigkeiten der Politik, quält sich mit seiner Verantwortung als Kriegsführer, der für seine Leute verantwortlich ist, und sorgt sich um seine Familie. Sein Yi Sunshin ist aufrichtig, mitfühlend, verantwortungsbewusst, listig und mutig, aber auch zögerlich, verzweifelt und rachsüchtig. Und ein Mensch, der eins wird mit seiner Aufgabe. „Kapitän, Ruderer und Schiff bilden einen einzigen Körper wie der Fisch und der menschliche Körper. Das Schiff kommt voran, indem es ins Wasser dringt und das Wasser verdrängt. Aber nur wenn das Wasser wieder nachdrängt, geht es vorwärts. Eine Schlacht ist wie der Widerstand des Körpers gegen die Welt. Nur wenn der Körper eins wird mit dem Wasser, kann er vorankommen oder zurückweichen, sich drehen, strecken oder zusammenziehen. Nur wenn der Körper eins wird mit dem Schwert, kann es zustechen und zerschlagen. Ein Schiff, ein menschlicher Körper, ein Schwert und ein Fisch unterscheiden sich nicht.“ (S. 73) Von der ersten Seite an wird der Leser gefangen genommen, mitgenommen an die Kriegsschauplätze an der Südküste Koreas, in einen Kosmos aus Naturgewalten, Seesoldaten, Bauern und Fischern, mitten hinein in die menschlichen Tragödien, die Krieg, Vertreibung, Hunger und Krankheit mit sich bringen. „Der Lauch auf den Feldern der Festung Tangpojin ist aufgekeimt. Die Bauern fielen der Seuche zum Opfer und wurden beerdigt. Ein Offizier aus Tangpojin vergewaltigte die Frau eines Adeligen, die sich daraufhin das Leben nahm. Eine Schamanin besänftigte ihre Seele mit einem Kut. […] Das Hafenbett von Pangpojin war verschlammt. Zwei Schiffe steckten fest. Die Bewohner trugen Kleider von gefallenen feindlichen Soldaten. […] Die Soldaten der Landstreitkräfte hatten auf Geheiß des Generalstabs zehn Tage lang Hampyong durchkämmt und fünfzig junge Rekruten für die Marine verpflichtet. Das Gästehaus von Hampyong war eingestürzt. Der Bürgermeister betrank sich jeden Abend in Gesellschaft einer anderen Kisaeng.“ (S. 60) Kim Hoon lässt seinen Yi Sunshin über alles um ihn herum berichten, alle Veränderungen scheinen gleich wichtig. Die Lage am Königshof in Seoul ist genauso bedrohlich wie die Flotte der Feinde, deren Bewegungen er oft durch den Nebel, das Meer oder die Brandung am ganzen Körper spürt. „Als ich in die Gesichter der weinenden Gefangenen blickte, wurde mir bewusst, dass die Einzigartigkeit der Feinde mein wirklicher Gegner war.“ (S. 145)
Die auffallend kurzen Sätze, in denen Kim Hoon schreibt, geben beim Lesen das Tempo an wie die Ruderer auf den Kriegsschiffen in der Welt von Yi Sunshin. Die Zeiten zwischen den Schlachten haben einen ruhigen Rhythmus, der sofort beschleunigt, wenn der Feind näher kommt. Geht es in die Schlacht, peitscht ein gewaltiger Rhythmus den Leser durch die Zeilen. Dieser Schreibstil ist sehr besonders; einfach wie ein Krieger, kühl wie ein Schwert und doch beherrscht - eine weitere Ebene, mit der Kim Hoon das Leben von Yi Sunshin darstellt. Die atmosphärische Dichte der Beschreibungen lässt großes Kopfkino entstehen, ebenso wie die Gerüche von Nebel, Meer, Feldern, Unterkünften, bis hin zu Angstschweiß und Leichenteilen. „Die verschiedenen Gesichtsausdrücke der Köpfe blieben mir noch lange in Erinnerung. Solche Bilder sind ein Feind, gegen den das Schwert machtlos ist.“ (S. 143)
Am Ende des Romans stirbt Yi Sunshin, und genauso abrupt wird auch der Leser aus der Welt der koreanischen Südküste am Ende der japanischen Invasion herausgerissen. Interessanterweise erwähnt Kim Hoon die legendären Schildkrötenschiffe nur zwei Mal ganz nebenbei. Sein Yi Sunshin möchte sein Land verteidigen und seinen eigenen Kampf gewinnen. Er lässt sich weder vom chinesischen Admiral Chen Lien politisch missbrauchen, noch vom koreanischen König ins Kriegshandwerk pfuschen. „Das Jammern aus der Ferne ist sein ganzer Beitrag zum Krieg.“ (S. 131)
Dieser Yi Sunshin ist unabhängig und eigenwillig, von nationalistischem Ballast befreit. Der Originalroman K’ar-ŭi norae (‚Lied des Schwertes’) erschien 2001 und entwickelte sich in Korea schnell zu einem äußerst erfolgreichen Bestseller, der im gleichen Jahr mit dem Tongin Literaturpreis ausgezeichnet wurde.
K’ar-ŭi norae ist nicht der erste moderne historische Roman, der sich mit der Figur des Yi Sunshin beschäftigt. 1998 erschien Pulmyŏng (‚Unsterblichkeit’) von Kim Tak-Whan, ein Roman in vier Bänden, der allerdings etwas nachlässig mit historischen Fakten umgeht und dem Admiral Wŏn Kyun eine größere historische Bedeutung zuschreibt als Admiral Yi Sunshin. Kim Tak-Whan hat Pulmyŏng dann 2004 umgearbeitet zu einem achtbändigen roman-fleuve mit dem Titel Pulmyŏng-ŭi Yi Sunshin (‚Der unsterbliche Yi Sunshin’), der zusammen mit K’ar-ŭi norae die literarische Vorlage abgab für die TV-Saga Pulmyŏng-ŭi Yi Sunshin (‚Immortal Admiral Yi Sunshin’), die in 104 Teilen von September 2004 bis August 2005 zur besten Sendezeit auf KBS lief.
Pulmyŏng von Kim Tak-Whan und K’ar-ŭi norae von Kim Hoon prägten in Korea ein zeitgemäßes, menschliches Bild von Yi Sunshin, zu einer Zeit, als es nach der Asien-Krise 1997/98 in der koreanischen Gesellschaft ein Bedürfnis nach modernen Helden gab. Heidi Kang und Ahn Sohyun, die seit Jahren und mit großem Erfolg gemeinsam koreanische Literatur übersetzen, haben Schwertgesang ins Deutsche übertragen. Die Übersetzung ist phantastisch. Beim Lesen hat man nicht das Gefühl, eine Übersetzung in der Hand zu halten. K’ar-ŭi norae ist ein großer Roman und Schwertgesang eine würdige Übersetzung.

Dorothea Hoppmann (Hefte für ostasiatische Literatur, Nr. 45, Frühjahr 2009)

Der Historienroman und Bestseller (Original 2001) des 1948 in Korea geborenen Kim Hoon spielt im 16. Jahrhundert zur Zeit der Machtkämpfe rivalisierender Fraktionen am koreanischen Hof und der Bedrohung durch ausländische Invasionen. Im Zentrum steht der koreanische Nationalheld und Großadmiral Yi Sunshin. Im langen Abwehrkampf Koreas (1592-1598) gegen die von Toyotomi Hideyoshi initiierten Eroberungsfeldzüge der Japaner, die über Korea das chinesische Ming-Reich angreifen wollten, setzte sich Yis zahlenmäßig unterlegene Flotte in 23 Schlachten erfolgreich zur Wehr. Nachdem die bei Pusan gelandeten Truppen binnen knapp drei Wochen Seoul eroberten und der König nach Uiju geflohen war, verteidigte der meist auf sich gestellte General die für den Nachschub der Japaner wichtigen südlichen Gewässer. In konsequenter Dekonstruktion des Heldenmythos – Kim schreibt unter Rekurs auf Yis erhaltene Tagebücher aus der Perspektive des Protagonisten – erscheint Koreas Kulturheld als ein von Zweifeln geplagter Mensch. Die Brutalität militärischer Operationen steht kontrapunktisch zur Romantik der maritimen Meditationen, wobei das Naturschöne über die Kriegsgewalt obsiegt. Gerüche und Töne wie die Klangwelt der Klage, versinnbildlicht in der Metapher des Schwertgesangs, spielen eine wichtige Rolle. Das Buch überzeugt weniger in opulenten Kampfszenen als in Momenten des Innehaltens, wenn die Individualtät der Trauer den kollektiven Wahnsinn des Krieges durchbricht.

sg (Frankfurter Allgemeine Zeitung – Feuilleton, 15. Dezember 2008, Nr. 293 /S. 34, FAZ.NET)

 

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